Erst zwei Gemeinden qualifizieren sich für die Impfprämie

Politik / 20.01.2022 • 17:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Je mehr Impfdosen, desto größer die Gewinnchance. <span class="copyright">APA</span>
Je mehr Impfdosen, desto größer die Gewinnchance. APA

Die Bundesregierung will Orte mit einer Impfquote ab 80 Prozent belohnen. Geimpften winken 500-Euro-Gutscheine.

Schwarzach Es fließt wieder Geld. Mit insgesamt 1,4 Milliarden Euro möchte die Bundesregierung Impfwillige und deren Gemeinden belohnen. Unterstützung erhalten ÖVP und Grüne dabei von der SPÖ. Geimpfte können auf Gutscheine hoffen – je mehr Impfdosen sie vorweisen, desto höher ist die Gewinnchance.

Und auch Gemeinden stauben ab, wenn 80 Prozent ihrer Bürgerinnen und Bürger geimpft sind. Im Land hätten derzeit nur Damüls und Schröcken etwas davon. An der Lotterie könnten bislang knapp 286.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger teilnehmen. So viele holten sich bislang mindestens eine Dosis ab. Die Impfquote – also die Quote gültiger Impfzertifikate – liegt derzeit bei 69 Prozent.

Impflotterie. Wer teilnehmen will, kann sich zur Impflotterie anmelden. Jeder Zehnte habe eine Chance zu gewinnen. Die Bundesregierung nimmt dafür etwa eine Milliarde Euro in die Hand. Zu gewinnen gibt es Gutscheine im Wert von 500 Euro, die bei österreichischen Betreiben einzulösen sind. Der ORF soll gemeinsam mit Partnern die Lotterie abwickeln. „Jede in Österreich im E-Impfpass eingetragene Person kann pro Teilimpfung an einer Impflotterie teilnehmen“, heißt es im Entschließungsantrag, den ÖVP, Grüne und SPÖ am Donnerstag gemeinsam im Nationalrat verabschiedeten. Die Auszahlung der Gewinne erfolge ab 15. März, also ab jenem Tag, an dem die Kontrollen zur Impfpflicht starten. Den Plänen zufolge hat also jeder dreifach Geimpfte auch die theoretische Möglichkeit drei Gutscheine zu gewinnen. In Vorarlberg sind das 179.671 Personen. Zweifach geimpft sind derzeit 92.976 und einfach geimpft 12.899 Menschen im Land. Insgesamt wurden bislang 737.864 Impfdosen in Vorarlberg verabreicht.

Werbeprämie. Fix ist, dass jede Gemeinde Geld für eine kommunale Impfkampagne erhält. Die Summe orientiert sich an einem Basisbetrag, der grob gerechnet rund acht Euro pro Kopf ausmachen wird. Der Verteilungsschlüssel, der auch im Finanzausgleich angewendet wird, könnte je nach Gemeindegröße aber noch Zu- und Abschläge bedingen. Am Ende soll das Geld helfen, die Impfquote zu steigern. Je erfolgreicher die Kampagne ist, umso fetter wird am Ende das Gemeindebudget.

Impfprämien für die Gemeinden. Gemeinden mit hoher Impfquote sollen belohnt werden. Der Bund will Geld ausschütten, sobald ein Ort eine Impfquote ab 80 Prozent vorweisen kann. Österreichweit nehmen derzeit 390 Gemeinden diese Hürde, in Vorarlberg sind es aktuell zwei. Laut Daten des Gesundheitsministeriums sind in Damüls und Schröcken jeweils 83 Prozent der Bewohner geimpft. Für Damüls gäbe es damit bereits einen Basisbetrag von knapp 3000 und für Schröcken von knapp 2000 Euro. Je höher die Quote, umso höher wird der Betrag. Ab einer Impfquote von 85 Prozent kommt das Zweifache drauf, ab 90 Prozent erneut das Vierfache. Unterm Strich könnte Damüls auf knapp 22.000 Euro hoffen und Schröcken auf knapp 14.000 Euro. Die Summen orientieren sich an der Bevölkerungszahl, aber auch an einer Rechenmethode des Finanzausgleichs, weshalb sie noch ein wenig variieren könnten, heißt es seitens des Kanzleramts. Knapp an der Grenze zu 80 Prozent liegen Lech (79) und Möggers (77). Lech kann auf bis zu 105.000 Euro hoffen, Möggers auf bis zu 35.000, wenn die Impfquote bei über 90 Prozent liegt. Für Feldkirch und Dornbirn (derzeit 70 Prozent) winken im besten Fall bis zu 2,2 bzw. 3,3 Millionen Euro. Andelsbuch (aktuell 66 Prozent) könnte auf bis zu 173.000 Euro hoffen und Meiningen (62 Prozent) auf bis zu 155.907 Euro. Die schlechtesten Chancen, überhaupt Geld zu sehen, haben Sibratsgfäll (48 Prozent) und St. Gerold (47 Prozent). Ab 80 Prozent gäbe es für sie rund 3400 bis 3600 Euro. Schon davon sind sie meilenweit entfernt. Das Geld könnte in Kindergärten, Spielplätze oder andere kommunale Aufgaben investiert werden.