Coronavirus: Immunität und Dunkelziffer in Vorarlberg

Politik / 25.04.2022 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Coronavirus: Immunität und Dunkelziffer in Vorarlberg
APA/Berg

Corona-Status in Vorarlberg: 85 Prozent geimpft oder genesen.

SCHWARZACH 85 Prozent der Menschen in Vorarlberg sind gegen Corona geimpft oder haben eine Infektion überstanden. Damit verfügen sie über eine gewisse Immunität. Gesundheitsexperte Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien warnt jedoch, dass sie begrenzt ist. Das ist gerade im Hinblick auf eine Welle im Herbst relevant.

Statistik Austria hat den Corona-Status erhoben. Und zwar nicht durch eine Befragung, sondern durch eine Auswertung des Nationalen Impfregisters und des Epidemiologischen Meldesystems. Berücksichtigt wurden aufrechte Impf- und Genesungszertifikate. Zum Stichtag 31. März waren demnach in Vorarlberg 66 Prozent der Menschen geimpft und im Falle einer Infektion genesen. Weitere 19 Prozent haben eine Infektion ohne Impfung überstanden. Das ergibt in Summe die eingangs erwähnten 85 Prozent. Die übrigen 15 Prozent sind weder geimpft noch genesen.

Die Angaben beziehen sich auf die Gesamtbevölkerung. Nach Alter gibt es Unterschiede. Bei unter Zehnjährigen sind nur sieben Prozent geimpft und allenfalls genesen. 38 Prozent waren ohne Impfschutz erwiesenermaßen infiziert. Wobei wahrscheinlich ist, dass gerade bei Kleinkindern, die nie oder nur selten getestet werden, eine größere Dunkelziffer besteht. Bei 10- bis 14-Jährigen sind 37 geimpft und allenfalls genesen sowie 45 Prozent ohne Impfung genesen. Fast zwei Drittel der Buben und Mädchen in diesem Alter haben eine bestätigte Infektion hinter sich.

Coronavirus: Immunität und Dunkelziffer in Vorarlberg

Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Geimpften und allenfalls auch Genesenen. Bei 80- bis 84-Jährigen beträgt er 89 Prozent. Weitere drei Prozent haben eine Infektion ohne Impfung überstanden. Zusammen sind das 92 Prozent. Das bedeutet, dass nur acht Prozent weder geimpft noch genesen sind.

Doch was bedeutet das im Hinblick auf den Herbst? „Die Anteile sind relevant“, erklärt Thomas Czypionka. Allerdings: Die Frage ist, wie gefährlich die Virusvariante sein wird. Absehbar ist das nicht. Auf der anderen Seite werde sich die Frage stellen, wie es um die Immunität der Bevölkerung bestellt ist.

Diesbezüglich sollten die hohen Anteile laut Czypionka nicht überbewertet werden: Mehr als die Hälfte aller bestätigten Infektionen sind auf die Omikron-Variante zurückzuführen. Die Verläufe waren oft mild. „Omikron erzeugt aber auch keine sehr gute Immunität“, wie der Gesundheitsexperte betont: „Es handelt sich nur um einen schwachen Booster.“

Umso wichtiger werden Impfungen. Bei den Erstimpfungen geht so gut wie nichts mehr weiter. Im April sind landesweit erst rund 100 zusammengekommen. Da herrscht Pause. Auch Auffrischungsimpfungen gibt es immer weniger. Bis zum Spätsommer sollte sich das ändern. Zu überlegen ist laut Czypionka eine Viertimpfung für ab 50-Jährige. Die Entscheidung darüber sei aber noch ausständig.