Zehn Tote bei Attentat in Buffalo

Politik / 15.05.2022 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Polizei verhaftete den Mann nach der Tat. AP/Matt Rourke
Die Polizei verhaftete den Mann nach der Tat. AP/Matt Rourke

Der 18-jährige Schütze soll die rassistisch motivierte Tat live gestreamt haben.

New York Ein Terrorakt in Buffalo im US-Bundesstaat New York erschüttert die Vereinigten Staaten. Ein Mann hat am Samstag gegen 14.30 Uhr Ortszeit in einem Supermarkt auf 13 Personen geschossen, elf davon waren laut offiziellen Angaben schwarz. Laut aktuellem Stand starben zehn davon. Der mutmaßliche Täter soll einen rechtsradikalen Hintergrund haben. Den Anschlag streamte er live im Internet. Präsident Joe Biden verurteilte das „rassistisch motivierte Hassverbrechen“.

Tat live gestreamt

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen erst 18-Jährigen aus Conklin, einer Kleinstadt gut 300 Kilometer von Buffalo entfernt, handeln. Das Lebensmittelgeschäft habe er als Ziel ausgewählt, da das Gebiet die höchste schwarze Bevölkerungsdichte in seinem Bundesstaat hat. Er soll stundenlang angereist sein, um dort die Tat zu verüben. Buffalo ist mit rund
280.000 Einwohnern nach New York die zweitgrößte Stadt des Bundesstaats.

Der Angreifer war Berichten zufolge mit Helm und kugelsicherer Weste bekleidet. Die Tat soll er live via Streamingplattform „Twitch“ übertragen haben, die unter Videospielern sehr beliebt ist. Die Inhalte wurden von Twitch bereits entfernt.

Der Mann wurde nach der Tat verhaftet und plädierte vor Gericht auf nicht schuldig. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Begnadigung.

Die Behörden untersuchen nun sein ideologisches Manifest, um mehr über die Hintergründe zu der Gräueltat zu erfahren. „Wir ermitteln in dem Fall sowohl wegen eines Hassverbrechens als auch wegen eines Falls rassistisch motivierten Gewaltextremismus“, sagte der für Buffalo zuständige FBI-Ermittler Stephen Belongia. Der Täter soll laut ersten Ermittlungsergebnissen die Verschwörungstheorie des „Genozids an Weißen“ vertreten. Die Anhänger glauben an einen schleichenden „Austausch“ von Weißen durch Migration.

Biden: „Abscheulich“

US-Präsident Joe Biden meldete sich unmittelbar nach der Tat zu Wort: „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um den durch Hass geschürten Inlandsterrorismus zu beenden.“ Man müsse nun noch mehr über das Motiv erfahren, aber ein „rassistisch motiviertes Hassverbrechen“ sei abscheulich für das Land.

„Jeder Akt des inländischen Terrorismus, einschließlich eines Akts, der im Namen einer widerwärtigen weißen nationalistischen Ideologie verübt wird, steht im Widerspruch zu allem, wofür wir in Amerika stehen“, erklärte der US-Präsident weiter.

Der Angriff erinnert an das rechtsextreme Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019, bei dem 51 Menschen ermordet und 50 verletzt wurden. Auch damals hatte der Täter eine Kamera auf seinem Helm befestigt. VN-JUS

Trauer und Entsetzen sind in Buffalo groß. AP/Matt Rourke
Trauer und Entsetzen sind in Buffalo groß. AP/Matt Rourke
Am Sonntag wurden zehn Menschen aus offenbar rassistischen Gründen in Buffalo erschossen. Eine Frau wartete sichtlich erschüttert am Tatort.AP/Besser
Am Sonntag wurden zehn Menschen aus offenbar rassistischen Gründen in Buffalo erschossen. Eine Frau wartete sichtlich erschüttert am Tatort.AP/Besser