Klimabonus: So kommen Sie zu Ihrem Geld

Politik / 20.05.2022 • 11:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Klimabonus: So kommen Sie zu Ihrem Geld
Ab Oktober gibt es den Klimabonus. DPA/Jens Wolf, APA/TOBIAS STEINMAURER

Fragen und Antworten: Es gibt je nach Gemeinde 100 bis 200 Euro per Überweisung oder Gutschein.

Wien Ab Oktober gibt es einen weiteren Bonus. Damit will das Klimaschutzministerium klimafreundliches Verhalten fördern. Je nach Wohnort beträgt die Höhe des Klimabonus zwischen 100 und 200 Euro. Leonore Gewessler bezeichnet den Klimabonus als Herzstück der ökosozialen Steuerreform. “Wer wenig CO2 verbraucht, zahlt wenig CO2-Bepreisung und hat am Ende des Jahres noch besonders viel von diesem Guthaben übrig”, so die Ministerin.

Wem steht der Klimabonus zu?

Anspruchsberechtigt sind alle, deren Hauptwohnsitz in diesem Jahr mehr als 183 Tage in Österreicher lag. Die Daten dazu kommen aus dem Melderegister des Innenministeriums.

Klimabonus: So kommen Sie zu Ihrem Geld

Wie komme ich zu meinem Geld?

Ein Antrag ist nicht notwendig. Allen Menschen, die eine aktuelle Kontonummer in FinanzOnline oder bei der Pensionsversicherungsanstalt eingetragen haben, wird der Betrag automatisch überwiesen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren kommt der Klimabonus auf jenes Konto, auf das auch die Familienbeihilfe bezahlt wird. Falls keine Informationen über ein Konto vorhanden sind, wird mittels eingeschriebenem Brief ein Gutschein verschickt, der in Geschäften und in der Bank eingelöst werden kann.

Ab wann kann man mit dem Bonus rechnen?

Die Überweisungen und der Briefversand starten Anfang Oktober. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten der Post beim Versand von RSa-Briefen, wird diese Variante einige Wochen in Anspruch nehmen. Wer bis 30. Juni die Kontodaten bei FinanzOnline nachträgt, bekommt das Geld noch auf das Konto, betont das Klimaschutzministerium.

Bekommen alle schon in diesem Jahr den Bonus?

“Nicht bei allen Menschen, die Anspruch auf den Klimabonus haben, kann dieser Anspruch am dritten Juli schon festgestellt werden”, informiert das Klimaschutzministerium. Wenn folgende Gründe vorliegen, wird der Bonus erst 2023 ausgezahlt: Ein Umzug nach Österreich erst im Mai, Kinder, die in der ersten Jahreshälfte geboren werden, ein Wohnsitzwechsel innerhalb von Österreich im ersten Halbjahr.

Wie wird die Höhe des Bonus berechnet?

Je nach Wohnort wird dann die Höhe des Klimabonus bestimmt, die Einteilung nahm die Statistik Austria vor. Ausschlaggebend ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und der Urbanisierungsgrad. Die einzelnen Gemeinden wurden dazu in vier Stufen von 100, 133, 167 und 200 Euro eingeteilt. In Wien beträgt der Bonus nur 100 Euro. Im Rest von Österreich mindestens 133 Euro. Wer aufgrund einer Behinderung in der Mobilität eingeschränkt ist, hat den vollen Anspruch auf 200 Euro.

Bekommen in Vorarlberg alle gleich viel?

Nein. Von den 400.000 Vorarlbergern leben rund 70 Prozent in Rheintal-, Leiblachtal- und Walgaugemeinden, die in die Stufe von 133 Euro fallen. Bewohner im Bergdorf Ebnit und der Hauptstadt Bregenz erhalten daher beide 133 Euro pro Erwachsenen und 66,5 Euro pro Kind. Auf die 167-Euro Stufe entfallen gut 15 Prozent der Bevölkerung. Dazu zählen unter anderen die Frastanzer, Nenzinger und Koblacher. In der höchsten Stufe, in der 200 Euro ausbezahlt werden, befinden sich Bewohner des Montafons, des Arlbergs und
des Hochtannbergs sowie des größten Teils des Bregenzerwaldes. Das
sind ebenfalls rund 15 Prozent. Laut Klimabonusgesetz ist Mittelberg ganz ausgenommen, weil das Kleinwalsertal Teil des deutschen Zollgebiets ist.

Wie viel kostet die Umsetzung?

Den Klimabonus bezeichnet Gewessler als “Großprojekt”. Im ersten Jahr geht das Klimaschutzministerium von Kosten von bis 30 Millionen Euro aus. Je nachdem, wie viele RSa-Briefe versendet werden müssen. Zudem wurde eine Website eingerichtet und ab Herbst wird es zusätzlich ein Callcenter geben.