Neue Omikron-Subvariante im Abwasser

Politik / 02.06.2022 • 05:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Anstieg bei den Gesamtfällen ist aktuell nicht zu verzeichnen. <span class="copyright">AFP</span>
Ein Anstieg bei den Gesamtfällen ist aktuell nicht zu verzeichnen. AFP

BA.5 ist auch schon in Vorarlberg ein Thema, allerdings in geringem Ausmaß.

schwarzach Fast alle Coronamaßnahmen gehören der Vergangenheit an. So muss beispielsweise nur noch in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eine Maske getragen werden. Die Bundesregierung hat die zumindest für die Sommermonate geltende Aussetzung der Maskenpflicht mit einer „Atempause“ begründet, die sich aufgrund der günstigen Infektionslage bietet. Doch in anderen Staaten steigen die Zahlen schon wieder, zum Beispiel in Portugal. Grund dafür ist eine neue Omikron-Subvariante. Diese ist auch schon in Österreich und Vorarlberg Thema.

Niedriger Wert im Land

Der Anteil der neuen Subvarianten BA.4 und BA.5 bei den Neuinfektionen ist zwar noch vergleichsweise gering. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, ist er aber zuletzt gestiegen. In der vergangenen Woche lag er insgesamt bei acht Prozent, in der Woche zuvor waren es nur etwa drei Prozent. Bei den Gesamtfällen insgesamt sei aber kein Anstieg zu verzeichnen, teilt das Ressort mit. In Vorarlberg wurde BA.4 in der Abwasseranalyse mit Stand 25. Mai zwar noch nicht nachgewiesen, BA.5 aber sehr wohl, erklärt Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts. Hierzulande werden sechs Kläranlagen untersucht, die rund drei Viertel der Bevölkerung abdecken. “BA.5 liegt im Schnitt bei ungefähr drei Prozent.” Im österreichischen Vergleich sei das aber ein niedriger Wert. “Es gibt es bereits Kläranlagen, in denen der Anteil 30 Prozent ausmacht.” Dominierende Variante im Land bleibe die bereits bekannte Omikron-Ausprägung BA.2.

Nicht verwunderlich

Dass BA.4 und BA.5 sich zunehmend verbreiten, wundere ihn nicht, sagt der Gesundheitsexperte und Covid-Berater der Landesregierung, Armin Fidler. „Wir haben erwartet, dass neue Varianten und Subvarianten auftauchen.“ Es werde auch nicht nur bei den erwähnten bleiben. BA.4 und BA.5 hätten aber offenbar einen gewissen Selektionsvorteil. In Portugal und den USA seien die Zahlen relativ hoch, im Moment beobachte man aber noch nicht, dass damit schwerere klinische Verläufe einhergingen. Der Experte appelliert trotzdem zur Wachsamkeit. “Wir wähnen uns traditionell über im Sommer in Sicherheit, da zu dieser Zeit in den letzten zwei Jahren vergleichsweise wenig passiert ist.” Doch auch in Österreich könnten die Infektionszahlen in der wärmeren Jahreszeit wieder steigen. Immerhin sei zu erwarten, dass der Anteil der neuen Subvarianten bei den Neuinfektionen weiter zunehme. Offen sei, was dies dann konkret bedeute. Die Wiedereinführung strenger Maßnahmen sei immer in Kontext mit der drohenden Überlastung des Gesundheitssystems zu sehen. Davon könne aktuell keine Rede sein.