Schwangerschaftsabbruch in Vorarlberger Krankenhäusern nicht ausgeschlossen

Politik / 07.07.2022 • 18:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bevor eine Frau aber keine Möglichkeit auf einen solchen Eingriff in Vorarlberg habe, "ist das Angebot in den Landeskrankenhäusern sicher in Erwägung zu ziehen. <span class="copyright">KHBG</span>
Bevor eine Frau aber keine Möglichkeit auf einen solchen Eingriff in Vorarlberg habe, "ist das Angebot in den Landeskrankenhäusern sicher in Erwägung zu ziehen. KHBG

KHBG-Chef Gerald Fleisch möchte “Türe öffnen”, bevorzugt aber Angebot im niedergelassenen Bereich.

Schwarzach In einem Monat wird Dr. Hostenkamp 70 Jahre alt. Das ist insofern relevant, als er die einzige Klinik in Vorarlberg führt, in der Schwangerschaftsabbrüche möglich sind. Trotz näher rückender Pension, gibt es aber keine Nachfolge für die Privatordination. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) beteuert zwar, dass ein Angebot im Land bereitzustellen ist. Bei der Privatklinik in Bregenz fehle der Landesregierung aber die Zuständigkeit. Schwangerschaftsabbrüche in Spitälern lehnt Rüscher ab, wenn diese aus medizinischer Sicht nicht dringend nötig sind.

Ausgeschlossen ist ein Angebot im Spital aber nicht, erklärt Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft, auf VN-Anfrage. “Natürlich präferieren wir eine Option außerhalb der Krankenhäuser, aber man muss alle Varianten durchdenken.” Die KHBG sei ergebnisoffen: “Ich möchte hier eine Türe aufmachen.”

„Wir präferieren eine Option außerhalb der Spitäler, aber man muss alle Varianten durchdenken", sagt Gerald Fleisch. <span class="copyright">VN</span>
„Wir präferieren eine Option außerhalb der Spitäler, aber man muss alle Varianten durchdenken", sagt Gerald Fleisch. VN

Vorarlberg ist eines von drei Bundesländern in Österreich ohne Abtreibungsangebot im Spital. “Das ist historisch gewachsen”, erläutert Fleisch. Da Dr. Hostenkamp demnächst in Pension gehe, sei es aber wichtig, sich diesem Thema zu widmen. “Es geht um die in Not geratenen Frauen und Paare und darum, dass man alle Alternativen in Erwägung zieht”: Beratung, anonyme Geburt, Babyklappe, Schwangerschaftsabbruch. “Wir wären gerne an den Gesprächen beteiligt. Denn es ist unabdingbar, dass Frauen, die Möglichkeit für solche Eingriffe in Vorarlberg haben.”

Rüscher will keine Abtreibungen in Spitälern, da dies emotional schwierige Eingriffe seien. Man werde niemanden verpflichten. “Wie in der Gesellschaft ist es auch im Krankenhaus ein polarisierendes Thema”, berichtet Fleisch. “Es gibt Mitarbeiter mit Zurückhaltung, aber es gibt auch Mitarbeiter, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen würden.” Verpflichtet würde niemand. Bevor eine Frau aber keine Möglichkeit auf einen solchen Eingriff in Vorarlberg habe, “ist das Angebot in den Landeskrankenhäusern sicher in Erwägung zu ziehen. Man sollte bald eine Lösung skizzieren”, sagt Fleisch. Außerdem sei eine Bannmeile vor Kliniken, die Abtreibungen anbieten, dringend notwendig, um Patientinnen vor Angriffen zu schützen.