Schwierige Suche nach Augenarzt auf Kasse: Das sagt das Land

Politik / 07.07.2022 • 13:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Einen Termin bei einem Augenarzt zu finden, ist oftmals nicht einfach. <span class="copyright">APA/Pfarrhofer</span>
Einen Termin bei einem Augenarzt zu finden, ist oftmals nicht einfach. APA/Pfarrhofer

Land verweist aber darauf, dass es laut Kammer keine Unterversorgung gebe.

Bregenz In Vorarlberg besteht ein Mangel an Kassenvertragsärztinnen und –ärzten in der Augenheilkunde und mancherorts auch in der Allgemeinmedizin. Das bestätigt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) unter Berufung auf die Ärztekammer in einer Anfragebeantwortung an die SPÖ. Die Landtagsabgeordnete Elke Zimmermann thematisiert darin, dass allein im März 2022 für sieben Kassenarztstellen in Vorarlberg keine Bewerbungen eingegangen seien.

Einzelne Regionen

Rüscher führt indes an, dass laut ÄK keine Unterversorgung bestehe. Vorarlberg liege demnach im vordersten Bereich, was die Zahl der Kassenarztstellen in Relation zur Bevölkerungszahl betrifft. Nur in einzelnen Regionen beziehungsweise Fächern seien nicht alle Stellen besetzt. Auch laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) gebe es mit Blick auf den Regionalen Strukturplan Gesundheit Vorarlberg keine Mangelregionen.

Auf die Frage, welche Maßnahmen unternommen wurden, um einen Mangel an ärztlicher Versorgung im Land zu mindern, unterstreicht die Landesrätin, dass es aus ihrer Sicht nicht ausreiche, zusätzliche Medizinerinnen und Mediziner ins System zu bringen. Vielmehr müsse die Versorgungswirksamkeit erhöht werden. Dazu brauche es ein Zusammenwirken von Bund, Ländern, Sozialversicherungen und Ärztekammer. Sie verweist auch auf neue Ansätze, etwa aus dem Bereich eHealth oder Public Health, die miteinbezogen werden sollen. Daneben müsse die Ärzteausbildung einen höheren Stellenwert erhalten.

ÖVP-Landesrätin Rüscher berichtet von Forderungen der Länder an den Bund, etwa was die Medizinstudienplätze angeht. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
ÖVP-Landesrätin Rüscher berichtet von Forderungen der Länder an den Bund, etwa was die Medizinstudienplätze angeht. VN/Hartinger

Die ÖVP-Politikerin räumt ebenso ein, dass den Ländern hier weitgehend die Hände gebunden seien. Die Gesundheitslandesräte hätten mehrmals entsprechende Forderungen an den Gesundheitsminister und den Bildungsminister gerichtet, etwa was die Erhöhung der Medizinstudienplätze angeht. Auf Landesebene verweist Rüscher unter anderem auf den Ausbau von Vorbereitungskursen in Schloss Hofen oder entsprechende Schritte in der Fachkräfteausbildung, zum Beispiel die Mitfinanzierung der Lehrpraxen im niedergelassenen Bereich, auch für Pädiatrie und Augenheilkunde.

„Zeitnaher“ Beginn

Was den Stand der Erstversorgungszentren angeht, rechnet die Landesrätin damit, dass diese auch in Vorarlberg „zeitnah“ ihre Arbeit beginnen können. Noch gibt es keines im Land. Rüscher verweist darauf, dass Ärztekammer und ÖGK nach mehrjährigen Verhandlungen im Herbst 2021 eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen hätten. „Derzeit werden die Details einer zusätzlichen Mitfinanzierung des Landes ausgearbeitet, diese soll noch im Juli fertiggestellt werden.“ Es gebe laut ÄK schon konkrete Interessenten.

Die Neos plädieren hingegen für eine Reform der Primärversorgung. In einem Antrag fordern sie die Landesregierung auf, sich beim Bund dafür einzusetzen. Der Betrieb von Primärversorgungseinheiten solle auch für Gesundheitsberufe abseits der ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte geöffnet und nichtärztliche Stellen in der Personalstruktur langfristig abgesichert werden. Zudem müssten die Gründungsformen vereinfacht werden.