“Alkohol oder Psychopharmaka”: Kritik an Nehammer-Sager

Politik / 10.07.2022 • 13:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Karl Nehammer während dem Landesparteitag der Tiroler ÖVP mit Wahl von Spitzenkandidat Anton Mattle zum Parteiobmann am Samstag. <span class="copyright">APA/EXPA/JFK</span>
Karl Nehammer während dem Landesparteitag der Tiroler ÖVP mit Wahl von Spitzenkandidat Anton Mattle zum Parteiobmann am Samstag. APA/EXPA/JFK

Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Karl Nehammer hat mit seiner “Alkohol oder Psychopharmaka”-Aussage am Samstag am Tiroler ÖVP-Parteitag in Alpbach für Aufregung in Sozialen Medien und Kritik durch die FPÖ gesorgt.

Alpbach, Wien Der Kanzler hatte gemeint, für den Fall dass man sinngemäß gegen Teuerung und Inflation nicht ausreichend gegensteuere: “Wenn wir jetzt so weitermachen, gibt es für euch nur zwei Entscheidungen nachher: Alkohol oder Psychopharmaka”.

“Und ich sag’: Alkohol ist grundsätzlich okay”, meinte Nehammer zudem, um schließlich zu ergänzen: “Das Entscheidende ist, dass man immer dann anstößt, wenn es einem gut geht”. Zuvor hatte Nehammer erklärt, dass man sozusagen “den Feind erkennen” müsse: “Das ist die Teuerung, das ist die Inflation, das ist das absurd hohe Level an Energiekosten. Und wir müssen die Maßnahmen so setzen, dass wir die Inflation nicht treiben, sondern versuchen, sie gemeinschaftlich in der Europäischen Union zu drücken.” Dies sei “alles andere als einfach”.

Das auf Social Media kursierende Video mit der Kanzler-Aussage brachte die FPÖ auf die Palme. “Die flapsigen Bemerkungen von Bundeskanzler Karl Nehammer, wonach die aktuellen Herausforderungen entweder nur mit ‘Alkohol oder Psychopharmaka’ zu bewältigen sein werden, sind ein klassischer Offenbarungseid und spiegeln das völlige Versagen der Regierung auf der einen Seite und die totale Überforderung mit der Gesamtsituation auf der anderen Seite wider”, kritisierte Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung. Nehammer habe einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er als Regierungschef eine “Fehlbesetzung” sei und den Weg für Neuwahlen freimachen sollte.

Das Büro des Bundeskanzler erklärte indes auf Anfrage der “Kronen Zeitung” (Online), man habe Zuversicht vermitteln wollen. Wenn man auch flapsig formuliert habe, wie eingeräumt wird.