Aserbaidschan meldet 71 Tote

Politik / 15.09.2022 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Armenien und Aserbaidschan beklagen zahlreiche Tote. Reuters
Armenien und Aserbaidschan beklagen zahlreiche Tote. Reuters

Die armenische Führung gerät zunehmend unter Druck.

Eriwan, Baku Nach heftigen Kämpfen Anfang der Woche scheint eine von Armenien verkündete Waffenruhe mit dem Nachbarland Aserbaidschan vorerst zu halten. Das Verteidigungsministerium in Baku in Aserbaidschan gab eine neue Opferzahl bekannt: 71 aserbaidschanische Soldaten seien seit Montag getötet worden. Die armenische Regierung meldete 105 tote Soldaten.

Trotz der offenbar erzielten Waffenruhe geriet die armenische Führung wegen der aserbaidschanischen Angriffe unter Druck. In Armeniens Hauptstadt Eriwan verlangten tausende Demonstranten am Mittwochabend den Rücktritt von Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan. Sie warfen ihm Nachgiebigkeit gegenüber Baku vor.

Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien um Berg-Karabach dauert seit Jahrzehnten an. Die Region gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber seit dem Ende eines Separatistenkriegs im Jahr 1994 von armenischen Kräften kontrolliert, die von der Regierung in Eriwan unterstützt werden. Während eines sechswöchigen Krieges 2020, in dem mehr als 6600 Menschen getötet wurden, eroberte Aserbaidschan weite Teile der Region zurück, die seit Jahrzehnten von den Separatisten kontrolliert worden waren. Der Krieg endete mit einem von Russland vermittelten Waffenstillstand.