Migranten verklagen Gouverneur von Florida

Politik / 21.09.2022 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf Ferieninsel gestrandet: „Migranten als Spielfiguren zu benutzen – das beleidigt Gott“, kritisieren mehrere US-Bischöfe das Vorgehen von DeSantis.RTS
Auf Ferieninsel gestrandet: „Migranten als Spielfiguren zu benutzen – das beleidigt Gott“, kritisieren mehrere US-Bischöfe das Vorgehen von DeSantis.RTS

Auf exklusive US-Ferieninsel Martha‘s Vineyard verbracht.

Washington Die öffentlichkeitswirksam per Flugzeug auf die US-Ferieninsel Martha‘s Vineyard gebrachten Migranten aus Venezuela wehren sich mit einer Klage gegen den verantwortlichen Gouverneur von Florida. Sie werfen dem Republikaner Ron DeSantis und dem Verkehrsministerium des US-Staats vor, die Not schutzbedürftiger Menschen für eigene politische Interessen zu missbrauchen, wie aus der Klageschrift hervorgeht.

Die Migranten seien mit Versprechen gelockt worden, die sich bei der Ankunft als Lügen herausgestellt hätten. Gouverneur De­Santis hatte vergangene Woche unangekündigt mehrere Dutzend Migranten per Flugzeug auf die Insel Martha‘s Vineyard im US-Staat Massachusetts bringen lassen. Sie ist als nobler Ferienort bekannt. Die Migranten waren vom US-Staat Texas aus über Florida auf die Insel geflogen worden. DeSantis behauptete, dass sie ausgewählt worden seien, weil sie eigentlich von Texas aus nach Florida hätten kommen wollen.

Zuvor hatte bereits ein texanischer Sheriff eine Untersuchung des Falls angekündigt. „Ich glaube, dass jemand von außerhalb unseres Staates kam und auf diese Menschen Jagd machte und sie mit Versprechungen eines besseren Lebens lockte“, sagte der demokratische Polizeichef von Bexar County, Javier Salazar, am Montag. „So weit wir wissen, wurden 48 Migranten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu einem mehrtägigen Aufenthalt in einem Hotel gelockt.“ Dann seien sie per Flugzeug weggebracht worden.

Scharfe Kritik der US-Regierung

Die US-Regierung hatte das Vorgehen scharf kritisiert und als „unmenschlich“ bezeichnet. DeSantis hingegen kündigte an, dass es weitere Aktionen geben solle. Auch andere republikanische Gouverneure hatten in den vergangenen Monaten in großer Zahl Migranten in demokratisch geprägte Regionen des Landes geschafft – aus Protest gegen die Migrationspolitik der Regierung von Präsident Joe Biden, einem Demokraten. So ließ der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, zwei Busse voller Migranten in die Nähe der Residenz von US-Vizepräsidentin Kamala Harris in der Hauptstadt Washington bringen.