Rechts geschlossen, links gespalten bei Italienwahl

Politik / 25.09.2022 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kurz vor der Italienwahl hat Silvio Berlusconi noch den russischen Präsidenten Putin und dessen Angriffskrieg auf die Ukraine verteidigt.Reuters
Kurz vor der Italienwahl hat Silvio Berlusconi noch den russischen Präsidenten Putin und dessen Angriffskrieg auf die Ukraine verteidigt.Reuters

Erste Ergebnisse der Parlamentswahl werden Montagfrüh erwartet.

Rom 40 Prozent. So viele Wählerinnen und Wähler waren vor der Parlamentswahl in Italien unentschlossen. Uneins präsentierte sich im Wahlkampf auch die Linke: Sie konnte sich zu keiner Kooperation durchringen. Davon könnten vor allem die rechten Parteien profitieren. Georgia Melonis postfaschistischer Partei Fratelli d’Italia gelang ein Bündnis mit der Lega von Matteo Salvini und der Forza Italia (FI) von Ex-Premier Silvio Berlusconi. 

Der Rechtsblock könnte laut Prognosen auf etwa 45 Prozent der Stimmen kommen. Der sozialdemokratischen PD werden 20 Prozent vorhergesagt. Es blieb jedoch auch am Sonntag spannend: Auch der Fünf-Sterne-Protestbewegung wurde von den Demoskopen wieder zugetraut, einige Wahlkreise für sich zu entscheiden.

Die Rechtsparteien setzten auf die Themen Migration, Steuern senken und Wirtschaft stärken. Mitte-Links stellte soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und die internationale Zusammenarbeit in den Fokus. Überschattet wurde der Wahlkampf von der Energiekrise durch Russlands Angriffskrieg.

Die Wahlbeteiligung dürfte gering sein. Bis 12 Uhr hatten erst 18,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die rund 51,5 Millionen Wahlberechtigten können über die Zusammensetzung der beiden Parlamentskammern, des Abgeordnetenhauses und des Senats entscheiden. Doch der Dauerwahlkampf scheint zu ermüden. Das Kabinett des parteilosen Ministerpräsidenten Mario Draghi war die 67. Regierung seit 1945, der vormalige EZB-Chef war der 30. Ministerpräsident. Nach seinem Rücktritt am 21. Juli – Draghi verfügte zuletzt nicht mehr über das Vertrauen seiner Koalitionspartner – löste Staatspräsident Sergio Mattarella das Parlament auf. 

Die Wahllokale waren bis 23.00 Uhr geöffnet. Erste Ergebnisse wurden für den frühen Montagmorgen erwartet.

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