Kurden weisen Verantwortung für Anschlag in Istanbul zurück

Politik / 14.11.2022 • 17:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das türkische Militär brachte die Särge eines Vaters und seiner Tochter, beide Opfer des Anschlags, in ihre Heimatstadt. <span class="copyright">Can EROK / AFP</span>
Das türkische Militär brachte die Särge eines Vaters und seiner Tochter, beide Opfer des Anschlags, in ihre Heimatstadt. Can EROK / AFP

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die Kurdenmiliz YPG haben jegliche Verantwortung für den Anschlag mit sechs Toten in Istanbul von sich gewiesen.

Istanbul Ein Angriff auf die Zivilbevölkerung auf türkischem Boden käme in keinem Fall infrage, hieß es am Montag in einer von der PKK-nahen Nachrichtenagentur ANF veröffentlichten Erklärung. Die Gruppierung unterstütze keine Angriffe, die direkt gegen Zivilisten gerichtet seien.

Der Ort des Anschlages ist mit türkischen Fahnen geschmückt und ist zu einer Anlaufstelle Trauernder geworden. <span class="copyright">Yasin AKGUL / AFP</span>
Der Ort des Anschlages ist mit türkischen Fahnen geschmückt und ist zu einer Anlaufstelle Trauernder geworden. Yasin AKGUL / AFP

Die türkische Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass die festgenommene Hauptverdächtige – eine Syrerin – ihren “Befehl” von der “PKK/YPG/PYD” bekommen habe. Aus Sicht der Türkei sind die syrischen Kurdenmilizen YPG und deren politischer Arm PYD Ableger der PKK. Ankara listet alle Gruppierungen als Terrororganisationen.

In der Erklärung hieß es weiter, die türkische Regierung wolle unter anderem von dem Einsatz von Chemiewaffen gegen kurdische Milizen ablenken. Ankara war zuletzt mit dem Vorwurf konfrontiert worden, bei einem Militäreinsatz im Nordirak Chemiewaffen gegen Stellungen der PKK eingesetzt zu haben. Die Türkei dementiert die Anschuldigungen.

Die Bestattung zweier Opfer des Anschlags am Montag. Die Türkei sieht eine syrische Kurdin als Attentäterin und beschuldigt die PKK, hinter dem Anschlag zu stehen. <span class="copyright">Yasin AKGUL / AFP</span>
Die Bestattung zweier Opfer des Anschlags am Montag. Die Türkei sieht eine syrische Kurdin als Attentäterin und beschuldigt die PKK, hinter dem Anschlag zu stehen. Yasin AKGUL / AFP

Auch die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien bestritt jegliche Verbindung zur Hauptverdächtigen und unterstellte der Türkei, “Lügen” zu verbreiten. Präsident Recep Tayyip Erdogan wolle auf diesem Wege die Welt davon überzeugen, einem türkischen Angriff auf die Kurdengebiete in Syrien zuzustimmen, sagte YPG-Sprecher Nuri Mahmud. Ankara droht schon länger mit einer solchen Offensive. Die YPG betonte, sie verurteile jegliche Angriffe auf Zivilisten und Terrorismus.

Auf der belebten Einkaufsstraße Istiklal waren am Sonntag bei einem Anschlag sechs Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. APA

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