Klimatage

Heute ist Klimatag. Das ist die wichtigste Netzwerkveranstaltung der österreichischen Klimaforschungscommunitiy. Heuer findet er bereits zum 24. mal statt, und zwar diesmal an der Technischen Universität in Wien, und dauert eigentlich 3 Tage, von Dienstag bis Donnerstag. Der erste Klimatag Anfang der 1990er Jahre an der Universität für Bodenkultur war noch wesentlich kürzer und dauerte etwa einen halben Tag. Beim wissenschaftlichen Austausch ist es damals „nur“ um Klimawissenschaften gegangen. Nach und nach wurde der Klimatag länger, denn das Interesse wurde größer und die Klimaforschungscommunity breiter, und so dauerte der Klimatag dann 2004 wirklich einen ganzen Tag. Damals hat diese interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung nur jedes zweite Jahr stattgefunden. Seit 2011 findet der Klimatag jährlich statt und hat zum Ziel, einen Überblick über die aktuellen österreichischen Forschungsaktivitäten in den Bereichen Klimawandel und Transformation zu geben. Außerdem bietet er Möglichkeiten für Dialog und Austausch nicht nur innerhalb der Wissenschaften, sondern auch mit der interessierten Öffentlichkeit und der Verwaltung. Durchgeführt und organisiert wird er vom Climate Change Centre Austria (CCCA) gemeinsam mit jeweils wechselnden Mitveranstaltern. Das CCCA „ist ein von den wichtigsten Forschungsinstitutionen Österreichs getragenes Forschungsnetzwerk, das sowohl die Klima- und Klimafolgenforschung vernetzt und stärkt, als auch Gesellschaft und Politik wissenschaftlich fundiert über klimarelevante Themen informiert und allenfalls berät.“
„Ein Tag der breiten, interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und seinen Folgen.“
Ich kann mich noch gut an „meinen“ ersten Klimatag erinnern. Damals wurde mir durch diese Veranstaltung klar, dass Klimawandel, Klimaschutz, Anpassung und Transformation nicht nur klimatologischer Expertise bedürfen. Helga Kromp-Kolb fasst eine der wesentlichen Erkenntnisse dazu in ihrem aktuellen Buch „Für Pessimismus ist es zu spät“ zusammen: „Wenn wir uns nicht trauen, über unser enges Fachgebiet hinaus zu denken, werden wir für die komplexen Herausforderungen der Gegenwart keine Lösung finden.“ Beim Klimatag ist genau das möglich. Daher sollte jeder Tag eigentlich ein Klimatag sein. Ein Tag der breiten, interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Mit den Maßnahmen zur Anpassung an unvermeidbare Klimaänderungen. Und mit dem Klimaschutz.
Denn folgend auf den wärmsten Februar war der März im Tiefland Österreichs der wärmste in der bisherigen Messgeschichte.
Übrigens: Der nächste Klimatag findet Ende April 2025 an der Universität Innsbruck statt.
Der Vorarlberger Simon Tschannett ist Meteorologe und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Stadtklimatologie.