Verhütung könnte in Vorarlberg bald gratis sein

Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch plant ein Pilotprojekt. Vieles spricht dafür, dass dieses im Land ausgerollt wird.
Schwarzach Hinter einer Termineinladung kann sich mehr verstecken, als man glaubt. In einem aktuellen Fall lädt Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) zur Präsentation des Verhütungsberichts 2024 ein und lässt am Ende des Textes die Bombe platzen. Verhütung wird kostenlos, zumindest im Testlauf und in einer bestimmten Region – Verhütungsberatung inklusive. Der Blick auf die Teilnehmerliste verrät, wo das Ganze umgesetzt werden könnte. So ist der Termin zwar am Montag in der Wiener Urania angesetzt. Neben Johannes Rauch wird aber auch Lea Putz-Erath, Geschäftsführerin des femail Fraueninformationszentrums aus Vorarlberg anwesend sein. Mehr braucht man nicht zu wissen. Die Verantwortlichen halten sich mit einer Aussage noch zurück.

Vorboten gibt es bereits mehrere. ÖVP und Grüne suggerierten vergangene Woche im sozialpolitischen Ausschuss des Vorarlberger Landtags, an dem Thema dran zu sein. Ein entsprechender Antrag von SPÖ-Klubobfrau Manuela Auer, in dem sie nicht nur verstärkte Aufklärung forderte, sondern auch einen niederschwelligen Zugang zu Verhütung, wurde daher vertagt.

Die einstige SPÖ-Chefin und Frauenpreisträgerin Gabriele Sprickler-Falschlunger sprach im März bei ihrer Dankesrede zum Frauenpreis das Thema an. Sie würde auch ihr Preisgeld von 4000 Euro zur Verfügung stellen, sollte ein entsprechendes Angebot geschaffen werden. In direkter Reaktion zeigten sich die Landesrätinnen Martina Rüscher (ÖVP) und Katharina Wiesflecker (Grüne) offen für ein Angebot kostenloser Verhütungsmittel. Und auch Johannes Rauch kündigte zum Weltfrauentag an, an mehreren Projekten zur Gesundheit von Frauen zu arbeiten: „Es geht um Menstruationsgesundheit – Stichwort: Endometriose – bis hin zu kostenlosen Verhütungsmitteln“, sagte er unter anderem.
Verhütung als Kostenfrage
„Rund 1,2 Millionen Frauen in Österreich im reproduktiven Alter zwischen 14 und 45 Jahren nützen Verhütungsmittel. Die Wahl des Verhütungsmittels ist in den meisten Fällen noch immer reine Frauensache. Auch die Kosten tragen Frauen oft alleine“, heißt es in der Einladung des Sozial- und Gesundheitsministeriums außerdem. Die Verhütungsmethode sei stark vom Einkommen abhängig. Der erste österreichweite Verhütungsbericht soll einen Überblick zum Thema schaffen. Vieles deutet darauf hin, dass Vorarlberg nun als Pilotregion beweisen kann, ob und wie es am besten funktioniert, Verhütung kostenlos zur Verfügung stellen.