Lehrer Stefan Breuss: “In Deutschland haben politische Diskussionen oft ein höheres Niveau als bei uns”

AHS-Lehrer Stefan Breuss (39) sieht die Politik in der Schulpolitik mehrfach gefordert. In der VN-Serie “Wähler am Wort” anlässlich der Landtagswahl spricht er über Wünsche und Herausforderungen.
Dornbirn Politik gehört zu seinem Tagesgeschäft. Stefan Breuss, Gymnasialprofessor am BRG/BORG Dornbirn Schoren, unterrichtet schließlich Geschichte und politische Bildung, dazu noch Ethik und Geografie. In einem Wahljahr wie diesem wollen die Urnengänge natürlich besprochen, analysiert und bewertet werden. Breuss hat keine Angst davor, sich zu seiner Grundhaltung zu bekennen. “Warum sollte ich das nicht tun dürfen. Ich sage ja niemandem, wen ich wähle. Und so lange ich alle Haltungen und Standpunkte vorstelle, ist das okay. Nur wenn ich das nicht tun würde, wäre es problematisch.”
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Mehr Personal im psychosozialen Bereich
Breuss formuliert vor allem einen Wunsch an die Politik, unabhängig vom Wahlausgang der Nationalratswahl oder des bevorstehenden Urnengangs in Vorarlberg. “Die Politik muss mehr auf die zunehmende Diversität der Gesellschaft reagieren. Im Bereich Schule heißt das: Es braucht mehr Personal im psychosozialen Bereich. Und es braucht das Pflichtfach Ethik schon in der Unterstufe. Im Fach Religion kocht jede Glaubensrichtung ihr eigenes Süppchen. Daher brauchen wir ein Fach wie Ethik, um gemeinsame Grundwerte zu vermitteln, völlig unabhängig von einem religiösen Bekenntnis.”
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Beispiel Deutschland
Das politische Spektrum des Landes sieht fest eingerahmt in einem stabilen demokratischen Fundament. “Die Demokratie ist bei uns intakt. Das darf man auch als kritischer Beobachter feststellen.” Etwas beunruhigt ist Breuss dennoch: “Die Streitkultur ist bei uns nicht auf einem hohen Niveau. Es gibt weniger sachliches, dafür viel polemisches. Wir sollten uns ein Beispiel an Deutschland nehmen. Dort haben politische Diskussionen oft ein höheres Niveau als bei uns”.

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FrageRaum
Politik vermitteln und alles was dahinter steckt mag Breuss aber fast lieber in Nicht-Wahlzeiten. “Politische Bildung sollte ja nicht nur dann stattfinden, wenn Wahlen sind.” Der Pädagoge erwähnt das Projekt FrageRaum, das am Schoren umgesetzt wird. In dessen Rahmen treten Politiker aller Parteien vor Schülergruppen auf, um über Politik zu sprechen.” Für Breuss ein taugliches Instrument, Schüler mit Politik zu befassen.
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ZUR VN-Serie “Wähler am Wort”
In der Serie „Wähler am Wort – was uns wichtig ist“ kommen Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen zu Wort, die ihre Sichtweisen, Sorgen und Wünsche an die Politik vor der Landtagswahl in Vorarlberg schildern. Die VN sprachen dabei mit Menschen wie:
- Junge Menschen wie Sebastian Muxel, der über die angespannte Wohnsituation im Land spricht.
- Ärztinnen und Ärzte, wie Dr. Ruth Krumpholz, die die Herausforderungen in den Krankenhäusern beschreibt.
- Pflegekräfte, darunter Stefanie Hepberger, die aus ihrem Alltag in der psychiatrischen Pflege berichtet.
- Lehrkräfte, die über die Probleme im Bildungssystem und den Lehrermangel sprechen.
- Alleinerziehende, die über ihre finanziellen und familiären Herausforderungen berichten.
- Gastronomen wie Gabriel Venturiello, der die aktuellen Schwierigkeiten in der Gastronomie beleuchtet.
- Handwerker, die den bürokratischen Aufwand und Fachkräftemangel in ihrer Branche thematisieren.
- Kindergartenpädagoginnen, wie Eva Hofer, die die Herausforderungen im Bereich der Kinderbetreuung aufzeigen.