Bundesregierung ohne Vorarlberger: “Es wäre hilfreich gewesen, ist aber kein Drama”

Politik / 03.03.2025 • 14:37 Uhr
Bundesregierung ohne Vorarlberger: "Es wäre hilfreich gewesen, ist aber kein Drama"
Im Team von Bundeskanzler Christian Stocker befindet sich keine Vorarlbergerin und kein Vorarlberger.

14 Ministerinnen und Minister wurden angelobt und sieben Staatssekretäre ernannt. Wäre einer Vorarlberger, hätte das auch Vorteile, sagt Jürgen Weiss.

Schwarzach 14 Minister, sieben Staatssekretäre und trotzdem kein Vorarlberger im Regierungsteam von ÖVP, SPÖ und Neos. Die Angelobungen (Minister) und Ernennungen (Staatssekretäre) sind am Montag erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Bundesregierung inklusive Staatssekretäre kann ihre Arbeit aufnehmen. Dass sich niemand aus Vorarlberg in dieser nun angelobten Riege findet, ist kein Drama, sagt der einstige Föderalismusminister Jürgen Weiß. „Natürlich wäre es aber ein Vorteil gewesen, wenn man einen Fuß in der Türe hat. Der Informationsfluss ins Land ist etwas intensiver, wenn jemand Teil der Bundesregierung ist, der gut mit der Landesregierung zusammenarbeitet.“ Andererseits seien Minister und Staatsekretäre ohnehin dem Staatsganzen verpflichtet.

Bundesregierung ohne Vorarlberger: "Es wäre hilfreich gewesen, ist aber kein Drama"
Im aktuellen Regierungsprogramm sieht Weiss „nichts Dramatisches und Bedrohliches für die Länder“. VN/Steurer

15 Vorarlberger

Es ist nicht das erste Mal, dass das Regierungsteam, ohne den äußersten Westen Österreichs auszukommen scheint. In der vergangenen Periode waren die Vorarlberger vergleichsweise überrepräsentiert – zuletzt mit Magnus Brunner als Finanzminister und Johannes Rauch als Sozial- und Gesundheitsminister. „Wir waren schon lange nicht mehr so gut vertreten“, sagt Weiss.

In der Geschichte der zweiten Republik stammten 14 Minister, Staatssekretäre und eine Ministerin aus Vorarlberg. Dazu zählt Jürgen Weiss, ebenso Michael Linhart, Eckart Ratz, Hans Jörg Schelling, Elisabeth Gehrer und Hubert Gorbach.

“Nichts Bedrohliches für die Länder”

Weiss war als Ressortchef von 1991 bis 1994 für Föderalismus und Verwaltungsreform zuständig. Im aktuellen Regierungsprogramm sieht er „nichts Dramatisches und Bedrohliches für die Länder“. ÖVP, SPÖ und Neos stellen in ihrem Pakt aber einen Verfassungskonvent in Aussicht – „vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen unserer Zeit“. Dazu zählt auch „eine Fortsetzung der Reform zur Kompetenzentflechtung zwischen Bund und Ländern im Sinne der Subsidiarität vor allem mit Blick auf Energie, Gesundheit und Bildung“. Erst hier würde sich entscheiden, wie es weitergehe, erklärt der einstige Föderalismusminister. Die Regierung bräuchte aber einen Partner. Denn ÖVP, SPÖ und Neos verfügen nicht über die teils notwendige Verfassungsmehrheit.

Vorarlberger Mitglieder der Bundesregierung
inkl. Staatssekretäre

Johannes Rauch, Grüne, Sozial- und Gesundheitsminister von März 2022 bis März 2025

Magnus Brunner, ÖVP, Finanzminister von Dezember 2021 bis November 2024 (und Staatssekretär im Klimaschutzminister von Jänner 2020 bis Dezember 2021)

Michael Linhart, ÖVP, Außenminister von Oktober bis Dezember 2021

Eckart Ratz, parteifrei, Innenminister von Mai bis Juni 2019

Hans Jörg Schelling, ÖVP, Finanzminister von September 2014 bis Dezember 2017

Hubert Gorbach, FPÖ/BZÖ, Verkehrsminister von Februar 2003 bis Jänner 2007 (zudem Vizekanzler ab Oktober 2003)

Elisabeth Gehrer, ÖVP, Bildungsministerin von Mai 1995 bis Jänner 2007

Jürgen Weiss, ÖVP, Föderalismusminister von Oktober 1991 bis November 1994

Günter Haiden, SPÖ, Landwirtschaftsminister von Oktober 1976 bis Juni 1986 (zudem Staatssekretär von Juli 1974 bis September 1976)

Hans Bürkle, ÖVP, Staatssekretär (soziale Verwaltung) von Jänner 1968 bis April 1970

Carl Bobleter, ÖVP, Staatssekretär (Auswärtige Angelegenheiten) von April 1964 bis Jänner 1968

Franz Grubhofer, ÖVP, Staatssekretär (Inneres) von Juni 1956 bis April 1961

Ernst Kolb, ÖVP, Bundesminister für Handel und Wiederaufbau von Februar 1948 bis Jänner 1952 und Bundesminister für Unterricht von Jänner 1952 bis Oktober 1954

Ernst Winsauer, ÖVP, Unterstaatssekretär im STaatsamt für Volksernährung (SEptember 1945 bis Dezember 1945)

Ernst Hefel, ÖVP, Unterstaatssekretär für Kultus (April 1945 bis Dezember 1945)