65 Spitzenverdiener im ORF, auch drei Vorarlberger dabei

Politik / 31.03.2026 • 13:55 Uhr
65 Spitzenverdiener im ORF, auch drei Vorarlberger dabei
Der ORF ist gesetzlich verpflichtet, jedes Jahr die Spitzengehälter offenzulegen. Das sorgt regelmäßig für Überraschungen. APA/Helmut Fohringer


ORF legt Gehälter offen: Trotz Sparkurs bleiben Top-Verdiener im Fokus der Kritik.

Wien, Bregenz Der ORF ist verpflichtet, Gehälter über 170.000 Euro pro Jahr (inklusive Zulagen) offenzulegen – ein Bericht, der regelmäßig für Diskussionen sorgt. Gerade im Zuge eines harten Sparkurses rücken die hohen Einkommen in der Führungsebene in den Fokus. Seit 2007 wurden gleichzeitig knapp 1000 Vollzeitstellen abgebaut. Der Vorarlberger Landesdirektor Markus Klement zählt mit 213.039 Euro zu den Spitzenverdienern.

Insgesamt scheinen für das Vorjahr 65 Personen (inklusive Tochterunternehmen) in der Liste auf – zehn weniger als 2024. Ausschlaggebend waren laut ORF vor allem altersbedingte Abgänge sowie Altersteilzeit. Zudem habe es “äußerst maßvolle Gehaltsabschlüsse unter der Inflation” gegeben, für die obersten zwei Verwendungsgruppen sogar eine Null-Lohnrunde.

Generell seien die Entgeltansprüche über Jahrzehnte gesenkt worden. Der aktuelle ORF-Kollektivvertrag, der für mehr als 40 Prozent der Belegschaft gilt, liege auf Marktniveau. Das daraus resultierende Durchschnittseinkommen sei rund ein Drittel niedriger als in den alten Vertragssystemen.

65 Spitzenverdiener im ORF, auch drei Vorarlberger dabei
Die Vorarlbergerin Ingrid Thurnher steht seit Roland Weißmanns überraschendem Rücktritt an der Spitze des ORFs. APA/Fohringer

Liste der Spitzenverdiener

Das betrifft diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr: Nach dem Abschied von Ö3-Moderator Robert Kratky führt nun Pius Strobl die Liste an. Laut Transparenzbericht kommt er auf ein Bruttojahresgehalt von 469.000 Euro. Strobl, der Ende 2026 in Pension geht, verantwortete unter anderem die Sanierung des ORF-Zentrums. Dahinter folgen der mittlerweile zurückgetretene ORF-Chef Roland Weißmann (427.500 Euro) sowie ORF-Enterprise-Geschäftsführer Oliver Böhm (349.000 Euro).

Weitere Spitzengehälter betreffen den ehemaligen ORF-Sportchef Hannes Aigelsreiter (rund 340.000 Euro) sowie die ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber (rund 312.000 Euro) und Kathrin Zierhut-Kunz (rund 285.000 Euro). Als erste ORF-Direktorin scheint Eva Schindlauer (rund 280.000 Euro) auf. Die Vorarlbergerin Ingrid Thurnher verdient ebenso wie Stefanie Groiss-Horowitz und Harald Kräuter jeweils rund 270.000 Euro, Thurnher ist mittlerweile auch interimistische ORF-Chefin.

Vor ihnen liegt unter anderem “ZiB 2”-Anchorman Armin Wolf (rund 276.000 Euro). Weitere bekannte Namen im Bericht sind Korrespondent Christian Wehrschütz (rund 216.000 Euro) und Hans Bürger (rund 208.000 Euro). In dieser Einkommensgruppe findet sich ein weiterer prominenter Vorarlberger im ORF: Hanno Settele (rund 175.000 Euro).

Weniger Nebenbeschäftigungen

Zurückgegangen sind im vergangenen Jahr Nebenbeschäftigungen und externe Beratungsleistungen. Die Zahl der Personen mit zusätzlichen Einkommen im ORF-Konzern sank von 987 im Jahr 2024 auf 739 im Vorjahr. Der ORF führt das auf strengere Compliance-Vorschriften zurück.

Der Transparenzbericht zeigt auch die Werbeeinnahmen nach Sendern: ORF 2 liegt mit rund 72 Millionen Euro vorne, gefolgt von Ö3 (45 Millionen Euro) und ORF 1 (44 Millionen Euro). Deutlich geringer fallen die Einnahmen bei ORF III (3,1 Millionen Euro), FM4 (2,3 Millionen Euro) und ORF Sport+ (290.000 Euro) aus. Für Eigenwerbung investierte der ORF rund neun Millionen Euro, der Großteil davon basiert auf Tauschgeschäften mit österreichischen Medienhäusern.