Nach Legionellen-Fällen in Vorarlberg Anklage gegen drei Personen

Nach einem Legionellen-Ausbruch mit 43 Erkrankten im Raum Bregenz im Winter 2024/25 müssen sich nun drei Personen deswegen vor Gericht verantworten.
Feldkirch Man habe Strafantrag wegen fahrlässiger Gemeingefährdung eingebracht, zudem sei die Verhängung einer Verbandsgeldbuße beantragt worden, erklärt Sprecherin Karin Dragosits, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Feldkirch, gegenüber der APA. Betroffen seien Mitarbeitende eines Unternehmens, dessen Kühlturm Auslöser für den Krankheitsausbruch war, und jenes Betriebs, der mit der Wartung des Kühlturms beauftragt war. Ermittlungen gegen weitere Personen wurden dagegen eingestellt.
Im Strafgesetzbuch ist für den Tatbestand der fahrlässigen Gemeingefährdung eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen möglich, hat die Tat wie in diesem Fall angeklagt “schwere Körperverletzungen einer größeren Zahl von Menschen” zur Folge, reicht der Rahmen bis zu drei Jahren Haft.
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Wochenlange Suche nach Quelle
Der Vorarlberger Legionellen-Ausbruch gilt als einer der bisher größten in Österreich. Die Behörden hatten Ende 2024 bzw. Anfang 2025 infolge der ungewöhnlichen Häufung von Fällen über Wochen nach der Ursache gesucht. Über 300 Tests wurden durchgeführt, Wetterdaten analysiert, Erkrankte nach ihren Aufenthaltsorten befragt.
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Betroffene entwickelten teils schwere Lungenentzündungen, 42 mussten im Spital behandelt werden, zehn davon auf einer Intensivstation, wie es im Bericht der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hieß. Da Legionellen per Tröpfcheninfektion übertragen werden, suchte man vor allem in Schwimmbädern, Autowaschanlagen, in Kühltürmen und Ordinationen nach der Quelle.
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Als wahrscheinliche Ursache stellte sich dann der Kühlturm eines Verpackungsunternehmens in Wolfurt heraus, in dessen Windkegel die meisten Krankheitsfälle auftraten. Diese Verdunstungsrückkühlanlage dürfte durch ein externes Unternehmen nicht fachgerecht gewartet worden sein, wie es hieß. Am 20. Februar 2025 wurde der verdächtige Kühlturm stillgelegt und saniert, am 11. März erklärten die Behörden den Ausbruch für beendet, als keine weiteren Fälle mehr auftraten.
Behördenkonflikte
Die Quelle hielt das Land auf Medienanfragen zunächst geheim. Erst nach einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) durch den ORF und einem Rechtsstreit, ob das IFG auf die AGES anwendbar sei, wurde der AGES-Bericht schließlich übermittelt.
Aus Sicht der AGES wurde demnach ein Hilfsangebot der Agentur von Ende Jänner von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft zu spät angenommen. Die BH Bregenz hält dagegen, dass man selbst durchaus schon seit 7. Jänner tätig war und entsprechende Proben und Daten sammelte. Die Bevölkerung wurde über die Sachlage aufgrund der steigenden Infektionen ab dem 5. Februar informiert. Zuvor gab es vom 3. bis zum 27. Jänner keine neuen Infektionsmeldungen. Da die Befragungen bereits erfolgt waren, habe die BH die Hilfe der AGES bei der Datenerhebung zu diesem Zeitpunkt in dieser Form nicht als zielführend eingeschätzt.
Auch die Rechtsfrage, ob man im Zweifel auch Orte, an denen sich eine erkrankte Person nicht direkt aufhielt, ohne Zustimmung des Betreibers kontrollieren könne, musste noch vom Gesundheitsministerium geprüft werden. Notwendig war dies, da befallene Kühltürme die Legionellen beim Kühlungsvorgang an die Luft und somit an die Umgebung abgeben können.
Gefährliche Bakterien
Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen das Pontiac-Fieber und die Legionärskrankheit auslösen können, letztere geht mit einer Lungenentzündung einher. Legionellen sind mit Antibiotika behandelbar, für geschwächte Menschen kann eine Infektion aber tödlich enden. Die Inkubationszeit der Legionärskrankheit beträgt zwei bis zehn Tage.