Ill-Hochwasserschutz im Schneckentempo

Politik / 05.05.2026 • 12:07 Uhr
Hochwasser Ill
Weiterhin wartet man an der Ill auf den Hochwasserschutz. VN

Bis die Bagger auffahren, wird es noch eine Weile dauern. Unterlagen liegen derzeit beim Land.

Schwarzach Wer in Vorarlberg an Hochwasserschutz denkt, hat meist einen Namen im Kopf: Rhesi. Seit Jahren prägt das Projekt Diskussionen und Planungskonferenzen. Der Zeitplan steht, derzeit arbeiten die Verantwortlichen an den Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie zählt zu jenen Hürden, die Projekte dieser Größenordnung erheblich verzögern können. Das zeigt auch die “kleine Schwester” von Rhesi: das Hochwasserschutzprojekt an der Ill. Bereits 1999 erstmals angedacht, befindet es sich noch immer in der Planungsphase.

Seinen Ursprung hat das Projekt im Hochwasser 1999. Damals wurde deutlich, dass an der Ill Handlungsbedarf besteht. Das noch verheerendere Hochwasser 2005 unterstrich die Dringlichkeit. Seither wird geplant, eingereicht, verworfen und neu ausgearbeitet. Bagger sind bis heute nicht aufgefahren. Ein Grund dafür ist das UVP-Verfahren.

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Quelle: Wasserverband Ill-Walgau

Naturschutzanwältin Katharina Lins erinnert sich: “Damals hat man das Projekt in drei Bauabschnitte unterteilt, weil es als Gesamtprojekt der UVP-Pflicht unterlegen wäre. So war man der Überzeugung, an der Prüfung vorbeizukommen.” Die UVP-Behörde im Landhaus folgte dieser Einschätzung zunächst. Lins focht den Bescheid beim Bundesverwaltungsgericht an und bekam recht: Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist durchzuführen. Inzwischen war das Jahr 2015 angebrochen und die Planungen begannen von Neuem, diesmal mit geplanter UVP-Einreichung.

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Im Herbst 2025 fand schließlich die mündliche Verhandlung statt. Doch nun kommt es erneut zu Anpassungen. “Danach waren noch ergänzende Abstimmungen mit den Grundeigentümern erforderlich”, berichtet Oriol Molló Manonelles, stellvertretender Geschäftsführer des Wasserverbands Ill-Walgau. Noch sind nicht alle Verträge unterzeichnet, man befinde sich jedoch in der finalen Phase. Verbandsobmann Bernhard Kiener, Stadtrat in Feldkirch, zeigt sich zuversichtlich: Sobald diese Hürde genommen ist, könne eingereicht werden. Der Wasserverband und das Land gehen davon aus, dass es bis Sommer so weit sein wird. Allerdings liegt dieser Termin hinter den ursprünglichen Erwartungen, wie die UVP-Behörde auf VN-Anfrage mitteilt. Bis zur Verhandlung im Herbst wäre man noch im Plan gewesen: “Aufgrund erneuter Projektänderungen und der Übermittlung ergänzender Unterlagen seitens des Antragstellers ist es zu Verzögerungen gekommen.”

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Quelle: Wasserverband Ill-Walgau.

Wird der neue Zeitplan eingehalten und gehen keine Beschwerden ein, kann das Projekt aus Sicht des Wasserverbands weitergehen. “Dann ist nach Bestätigung der Förderung die Ausschreibung der Leistungen vorgesehen”, sagt Manonelles. Bis zum Baubeginn wird jedoch noch Zeit vergehen. Der Start der Bauarbeiten ist für den Winter 2027/2028 geplant. Zunächst soll im Bereich Frastanz-Sonnenheim ein Dränagegraben entstehen.

Anschließend ist der Bau eines Rückhaltebeckens in Nenzing vorgesehen, das bis zum Winter 2031/2032 fertiggestellt sein soll. Parallel dazu laufen Arbeiten in Frastanz-Sonnenheim und in Satteins. “Der Abschluss dieser Maßnahmen ist aus heutiger Sicht für das Jahr 2032 vorgesehen”, sagt Manonelles.

27 Jahre nach dem Hochwasser 2005.

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