In diesen Trinkwasserstationen wurden PFAS gefunden

Politik / 10.05.2026 • 12:00 Uhr
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Europaweit wird gegen PFAS demonstriert. Zu ihnen zählt die Chemikalie TFA. AFP

Konzentration im Trinkwasser in allen 74 Messstationen gefunden. Experte Christoph Scheffknecht gibt allerdings Entwarnung.

Schwarzach Ewigkeitschemikalien werden wir nicht mehr so schnell los. Die Stoffe, die unter der Abkürzung PFAS zusammengefasst werden, tragen ihren Namen zu Recht. Und sie sind überall zu finden. In den Böden, in Seen und Flüssen. Und im Trinkwasser. Das zeigen die regelmäßigen Untersuchungen des Vorarlberger Umweltinstituts – dessen Chef Entwarnung gibt: Die Belastung liegt weiter unter den Grenzwerten und ist nicht gesundheitsgefährdend.

Umweltinstitutsleiter Christoph Scheffknecht, „Bei vier Kläranlagen sind die Werte wieder gestiegen und bei zwei gefallen.“ VN/Paulitsch
Christoph Scheffknecht leitet das Umweltinstitut. VN/Paulitsch

Die Umweltaktivisten von Global 2000 sind kürzlich mit einer eigenen Studie an die Öffentlichkeit gegangen, wonach in allen Trinkwasserstationen in Österreich sogenannte TFA nachgewiesen wurden. TFA steht für Trifluoressigsäure und ist eine Chemikalie, die unter PFAS fällt. TFA ist sehr leicht wasserlöslich und landet deshalb schneller im Wasser als andere Materialien. TFA ist also leicht nachzuweisen. Und überall, wie Global 2000 bekrittelt und Christoph Scheffknecht, Leiter des Vorarlberger Umweltinstituts, bestätigt: “Deshalb hat das Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit TFA nicht nur, aber auch im Trinkwasser gemessen.”

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Österreichweit untersuchte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Werte im Rahmen einer Schwerpunktaktion. Auch Global 2000 analysierte das Trinkwasser bundesweit und stellte fest: Die Werte in Vorarlberg liegen unter dem Österreich-Durchschnitt. Diese Zahlen sind plausibel, betont Scheffknecht. Auch die Messungen des Umweltinstituts stimmen gut damit überein. „Die 74 Trinkwasserproben in Vorarlberg bieten einen guten Überblick über die Situation. Die Messwerte liegen im Bereich zwischen 0,15 µg/l und 1,17 µg/l, der Durchschnitt beträgt 0,66 µg/l.“

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Zur Einordnung: Diese Werte liegen deutlich unter den derzeit geltenden Grenzwerten in Europa. „Grenzwerte gibt es aktuell in Dänemark (9 µg/l) und Italien (10 µg/l). Das deutsche Umweltbundesamt nennt einen gesundheitlichen Leitwert von 60 µg/l“, erklärt Scheffknecht. In der EU-Trinkwasserrichtlinie existiert derzeit noch kein eigener Grenzwert für TFA. Die gemessenen Mengen stellen jedoch kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar, sagt der Leiter des Vorarlberger Umweltinstituts.

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Bei den festgestellten Konzentrationen handelt es sich um typische Hintergrundwerte, die durch die Freisetzung und den Abbau von fluorierten Kohlenwasserstoffen (FKW) entstehen. „Diese FKW werden zum Beispiel in Wärmepumpen verwendet“, erläutert der Experte und ergänzt, dass es aber keine bestimmte direkte Herkunft gibt. Denn die Stoffe finden sich nicht nur im Grundwasser, sondern auch im Regenwasser am Dach des Umweltinstituts und in anderen Proben. TFA ist somit nahezu überall in ähnlichem Ausmaß enthalten. Scheffknecht schließt daraus: „Wäre TFA durch den Abbau von Pflanzenschutzmitteln entstanden, hätte sich ein anderes, weniger einheitliches Bild ergeben.“ Ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel hätte daher zumindest in Vorarlberg voraussichtlich keine Auswirkungen auf die gemessenen Werte.

Als Reaktion auf die Veröffentlichung von Global 2000 fordern die Vorarlberger Grünen dennoch genau diesen Schritt. PFAS-Pestizide sollen in Vorarlberg rasch verboten werden, fordert Klubobmann Daniel Zadra. „Nur so können wir sicherstellen, dass unser Wasser auch in Zukunft bedenkenlos trinkbar bleibt.“