Hinter den Kulissen: Aufregung im Landesstudio: Über 40 Grad am Arbeitsplatz!

ORF-Spitze schickte Mitarbeiter trotz Warnungen in einen schlecht klimatisierten Schwitzkasten.
Schwitzkasten Das ORF-Glasstudio gilt als ganzer Stolz des Vorarlberger Landesstudios. Ob Festspieleröffnung oder Hypomeeting: Der ORF mietet ein Glashaus um zu zeigen, was man kann. Von hier berichten Radiomoderatoren live vom Geschehen, Fotografen und Sportredakteure nutzen es als Arbeitsplatz. Bis zu zehn Mitarbeiter können direkt vor Ort senden. Zumindest in der Theorie.
Tägliche Konsumentinnen und Konsumenten von “Vorarlberg heute” wussten längst, dass eine Hitzewelle im Anmarsch ist. Im ORF soll diese Information nicht überall angekommen sein. Landesdirektor Markus Klement (50), österreichweit als Sparfuchs bekannt, soll das Glasstudio ohne Klimagerät bestellt haben.

Als dies bemerkt wird, ist es bereits Donnerstag. In letzter Minute werden von der Belegschaft in Eigenregie zwei kleine Klimageräte organisiert. Gleichzeitig bereitet sie einen Notfallplan vor: Falls das Glashaus zur Sauna wird, soll zumindest aus Dornbirn gesendet werden können.
Der Plan kommt tatsächlich zum Einsatz. Zumindest für den Radiomoderator. Der Rest des Teams bleibt im Glashaus.

Am Sonntag sollen dort 41,5 Grad gemessen worden sein. Die Technik dürfte teilweise kapituliert haben, auch von Sendeausfällen ist die Rede.
Ausgerechnet an diesem Tag schaut Klement persönlich vorbei. Angesichts der nahenden Direktorenwahl will man schließlich Präsenz zeigen. Auf die Hitze angesprochen, soll er erklärt haben, am Würstchenstand sei es noch heißer, beim Asphaltieren ebenso. Einer Kollegin aus den Bergen soll er geraten haben, sich an die Temperaturen im Rheintal zu gewöhnen.
Dann noch rasch ein Foto mit Daumen nach oben. Abgang. Während die Zehnkämpfer Götzis längst verlassen haben, soll die Stimmung im Landesfunkhaus auch Tage später noch alles andere als lauwarm gewesen sein.
