Dachau-Besuche für Vorarlberger Schulklassen künftig förderbar

Das Bildungsministerium erweitert den Mobilitätszuschuss für Gedenkstättenbesuche.
Schwarzach Für Vorarlberger Schulklassen wird der Besuch von NS-Gedenkstätten künftig einfacher und günstiger. Das Bildungsministerium weitet den Mobilitätszuschuss für Gedenkstättenfahrten aus. Neben den bisher geförderten Besuchen der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen werden 16 weitere Erinnerungsorte in Österreich sowie die KZ-Gedenkstätte Dachau in Deutschland unterstützt.
Gerade für Schulen in Vorarlberg dürfte die Neuerung von Bedeutung sein. Dachau liegt deutlich näher als Mauthausen und ist damit leichter erreichbar. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) gab die Erweiterung am Dienstag bei einem Besuch der Gedenkstätte bekannt. Durch die Einbeziehung zusätzlicher Erinnerungsorte sollen Schulen die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stärker im regionalen Bezug gestalten können.
Der Mobilitätszuschuss wurde im Schuljahr 2023/24 eingeführt. Bisher konnten nur Klassen der 8. Schulstufe eine Förderung beantragen, künftig sind auch Klassen der 11. Schulstufe anspruchsberechtigt. Je nach Entfernung zur besuchten Gedenkstätte erhalten Schulen 250 oder 500 Euro pro Klasse. 2025 wurden österreichweit Anträge von mehr als 1500 Klassen für rund 31.000 Schülerinnen und Schüler positiv erledigt. Insgesamt flossen dafür rund 600.000 Euro an Fördermitteln.
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Gegen Antisemitismus
Die Maßnahme ist Teil der Strategie gegen Antisemitismus, in der Bildungsarbeit eine zentrale Rolle spielt. Gedenkstättenbesuche gelten als wichtiger Baustein, um die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust greifbar zu machen. Die Lehrpläne sehen eine verpflichtende Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Geschichte vor. Der Besuch von Erinnerungsorten wird dabei ausdrücklich empfohlen.
“Der Auftrag, niemals zu vergessen, kann nur erfüllt werden, wenn wir Erinnerung lebendig halten, Verantwortung übernehmen und die Lehren der Vergangenheit in die Gegenwart tragen”, betonte Wiederkehr. Die Förderung wird vom Bildungsministerium finanziert und über die Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) abgewickelt.