Rondo-Kraftwerk: Termin für UVP-Verhandlung steht jetzt fest

Das geplante Rondo-Kraftwerk beschäftigt Frastanz weiter. Nun gibt es einen Fahrplan für die nächsten Verfahrensschritte.
Frastanz Im Verfahren um die geplante Energiezentrale von Rondo Ganahl in Frastanz steht der nächste große Termin fest: Die öffentliche mündliche Verhandlung beginnt am Dienstag, 22. September 2026, um 9 Uhr im Ramschwagsaal in Nenzing. Bei Bedarf wird sie am Folgetag fortgesetzt.

Das Land hat die Kundmachung zur Auflage des Umweltverträglichkeitsgutachtens und zur Verhandlung veröffentlicht. Verhandelt wird das Vorhaben der Ganahl Aktiengesellschaft, am Standort Frastanz eine Energiezentrale mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Reservekessel zu errichten. Die Anlage soll die Papier- und Wellpappenproduktion mit Wärme und Strom versorgen. Laut Kundmachung ist die KWK-Anlage als Abfallmitverbrennungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von 41 Megawatt geplant. Eingesetzt werden können bis zu 122.000 Tonnen Brennstoffe pro Jahr, darunter nicht gefährliche Abfälle sowie nicht abfallstämmige Brennstoffe.

UVP-Gutachten liegt auf
Das Umweltverträglichkeitsgutachten liegt von 19. Juni bis einschließlich 17. Juli im Rathaus Frastanz und im Landhaus in Bregenz auf; auch eine Online-Einsicht ist möglich. Verfahrensparteien können bis 31. Juli weitere Stellungnahmen, Konkretisierungen oder Beweisanträge einbringen. Bei der Verhandlung selbst sollen unter anderem das Projekt, die Umweltverträglichkeitserklärung und das Gutachten vorgestellt sowie Einwendungen fachlich erörtert werden. Behandelt werden dabei Fachbereiche wie Lufthygiene, Umweltmedizin, Verkehr, Gewässerschutz, Naturschutz und Schalltechnik. Die Verhandlung ist öffentlich, Anwesende werden vor Betreten des Saals registriert.

“Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist ein transparentes und gesetzlich klar geregeltes Verfahren, das eine fundierte Beurteilung des Projekts anhand unterschiedlicher Schutzgüter ermöglicht”, erklärt Sigrid Rauscher, Geschäftsleiterin der Papierfabrik, in einer Aussendung. Das Unternehmen kündigt an, einen umfassenden Dialogprozess mit der Bevölkerung zu starten.
Kapazitäten vervierfacht
Das Projekt sorgt seit Monaten für Debatten im Walgau. Rondo argumentiert, mit der Anlage den Erdgasverbrauch massiv senken und Reststoffe aus der Papierproduktion energetisch verwerten zu wollen. Kritikerinnen und Kritiker, allen voran die Initiative SOS Walgau, warnen vor möglichen Auswirkungen auf Luft, Gesundheit, Verkehr und Grundwasser.

Die Gemeinde Frastanz hatte sich im April einstimmig gegen das Projekt in der eingereichten Dimension ausgesprochen. So war 2022 noch von einer Kapazität von 34.650 Tonnen Reststoff die Rede gewesen – etwa ein Drittel davon aus der eigenen Produktion. Nun ist von bis zu 122.000 Tonnen die Rede. In der Verhandlung wird nun erstmals das Umweltgutachten öffentlich fachlich diskutiert.
UVP-Verhandlung zum Rondo-Kraftwerk
Die öffentliche mündliche Verhandlung zum geplanten Rondo-Kraftwerk findet am Dienstag, 22. September 2026, im Ramschwagsaal in Nenzing statt. Beginn ist um 9 Uhr, Einlass ab 8:30 Uhr. Bei Bedarf wird die Verhandlung am 23. September fortgesetzt.
Ablauf: Vorgesehen sind die Eröffnung der Verhandlung, die Vorstellung des Vorhabens durch Rondo, die Präsentation der Umweltverträglichkeitserklärung und des Umweltverträglichkeitsgutachtens sowie die fachliche Erörterung der eingelangten Stellungnahmen und Einwendungen.
Themen: Behandelt werden unter anderem Abfalltechnik, Lufthygiene, Umweltmedizin, Verkehr, Schalltechnik, Gewässerschutz, Naturschutz und Raumplanung.
Hinweis: Die Verhandlung ist öffentlich.