Schon wieder gesperrt: Welche Summen der Achraintunnel jährlich verschlingt

Im Achraintunnel wird schon wieder gearbeitet. Neben planmäßigen Wartungsarbeiten sind es jetzt Kameras, die getauscht werden müssen. Was das alles kostet? Den VN liegt die Auflistung der Ausgaben seit der Tunneleröffnung 2009 vor.
Schwarzach Die Ampel steht auf Rot. Schon wieder. Seit gestern, Montag, wird im Achraintunnel gearbeitet. Tagsüber ist eine Spur gesperrt, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gilt eine Totalsperre. So geht das schon das ganze Jahr. Weil Ventilatoren getauscht werden müssen, fließt zwischen Februar und Oktober an 15 Nächten kein Verkehr durch den Tunnel. Jetzt sind zudem neue Videokameras fällig. Und dann steht noch planmäßig zweimal jährlich eine Tunnelreinigung und die technische Prüfung an. Die Kosten gehen in die Millionen, wie detaillierte Auflistungen aus den Jahren 2009 bis 2025 zeigen. Das Land hat sie den VN im Zuge einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) übermittelt. Konkret haben sich demnach die Ausgaben für Wartung und Erhaltung des Achraintunnels seit der Eröffnung vor 17 Jahren auf 7.515.470 Euro summiert. Das heurige Jahr nicht eingerechnet – es dürfte besonders teuer kommen.

Mit 592.945 Euro war das Jahr 2024 das bisher teuerste. Aber selbst im ersten Jahr der Inbetriebnahme waren für Wartung und Erhaltung Kosten von 393.688 Euro fällig. Die IFG-Anfrage der VN an das Land hätte auch Aufschluss über die Ausgaben einzelner Maßnahmen geben sollen, konkret darüber, welche Kosten für nicht planmäßige Arbeiten angefallen sind. Antworten sind “wegen eines unverhältnismäßigen Aufwandes”, wie das Land schreibt, ausgeblieben. Damit wären jedoch allenfalls Rückschlüsse über die bautechnische Ausführung des Tunnels möglich gewesen. Längst hat das Bauwerk in Kreisen der Bevölkerung den Ruf eines “Pleiten-Pech- und Pannentunnels”. Jedenfalls waren die Baukosten regelrecht explodiert. Ursprünglich hätte der 3,3 Kilometer lange Tunnel 46 Millionen Euro kosten sollen. Die Kalkulation hat bei Weitem nicht gehalten. Die letzten offiziellen Angaben lagen schließlich bei 138 Millionen Euro.
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Alles eitel Wonne? Die Anfragebeantwortung lässt jedenfalls keine anderen Rückschlüsse zu. Vieles bleibt vage. Auch die Landespolitik stellt konsequent in Abrede, es handle sich um einen Problemtunnel. Keine Planungsfehler, die Sperren seien schlichtweg für die Erhaltung notwendig, bekräftige jüngst auch der zuständige Landesrat Christof Bitschi. Konkret sind die Informationen zu Routinearbeiten: Reinigung der Tunnelwände, Fahrbahn, Verkehrszeichen sowie der Tunnel- und Fahrbahnentwässerung plus technische Prüfung. Der hohe Härtegrad der Bergwässer, die auch im Achraintunnel anfallen, verursachen laut Land “bei Kontakt mit Luft Kalkablagerungen in den Entwässerungsleitungen”. Deshalb sei eine laufende Spülung und Reinigung notwendig. Das sei aber längst nicht nur beim Achraintunnel der Fall, sondern auch bei vergleichbaren Bauwerken der ASFINAG, beispielsweise dem Langener Tunnel an der S16. Überhaupt vergleicht das Land den eigenen Tunnel mit 3,3 Kilometern Länge und 10.829 Fahrzeugen pro Tag mit den ASFINAG-Anlagen an der A14 und S16. Bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten werden jedenfalls die Parallelen herausgehoben.
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Eine anstehende Bauwerksprüfung soll Aufschluss über notwendige Maßnahmen für die nächsten Jahre bringen. Schon jetzt ist klar, dass das Land 2026 für die Erhaltungsmaßnahmen tief in die Tasche greifen muss. Schließlich seien die Lebenszyklen der sicherheitstechnischen Ausrüstung begrenzt und müssten laufend Instandsetzungen von Anlagenteilen erfolgen. Wie eben jetzt die Videoüberwachung und die Ventilatoren. Zudem, so ein Ausblick, steht in den nächsten Jahren die Instandsetzung der Tunnelbeleuchtung, der Netzwerktechnik, der Wechselverkehrszeichen sowie der Leittechnik an. Die Ampel vor dem Achraintunnel dürfte demnach noch öfter auf Rot stehen.
Auflistung Kosten für Wartung und Erhaltung des Achraintunnels
