Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee

Politik / 05.08.2026 • 17:10 Uhr
Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee
Atib ist das Gebäude in der Quellengasse zu klein geworden. VN/Stiplovsek

Aus dem Gebetsraum soll eine Moschee werden. Die Stadt befürwortet das Vorhaben, knüpft ihre Zustimmung allerdings an Voraussetzungen.

Dornbirn Dass es in Vorarlberg islamische Gebetsräume gibt, ist nichts Außergewöhnliches. Im Herbst 2018 waren es 37 an der Zahl, 32 davon unter dem Dach von Moscheevereinen. Diese Zahl dürfte sich bis heute nicht verändert haben. Die Zahl der Muslime im Land steigt stetig. Rund 13 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung sind mittlerweile Muslime. Jeder Vierte ist in einer Moscheegemeinde organisiert. Die Gebetsräume werden zu klein, weshalb die großen Gemeinden beginnen, Moscheen zu bauen. Vor vielen Jahren entstand bereits eine Moschee in Bludenz, in Lustenau wird derzeit gebaut und nun wälzt auch Atib Dornbirn entsprechende Pläne. Ende des vergangenen Jahres trat der Verein an die Stadt heran. Am Mittwoch ging Bürgermeister Markus Fäßler an die Öffentlichkeit. Seine Botschaft: Nein zu den aktuellen Plänen, ja zum Wunsch nach einer Moschee.

Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee
Markus Fäßler möchte Atib den Wunsch ermöglichen, stellt aber Bedingungen. VN/Paulitsch

Der erste Entwurf habe Fragen aufgeworfen, sagt Fäßler. Vor allem die Parkplatzsituation sei problematisch, schließlich soll die Moschee Platz für 400 Menschen bieten. Der zweite Punkt, an dem sich die Stadt stößt, ist der Turm. Kein Minarett, weil wie in Lustenau niemand Zugang nach oben hat, sondern eine Art Stele. Nach Prüfung durch die Stadtplanung stehe fest: Er passe in dieser Form nicht ins städtebauliche Konzept. Außerdem sei man in Dornbirn grundsätzlich vorsichtig mit Symbolen aller Art im öffentlichen Raum, auch mit religiösen. Ein Architekturwettbewerb sei unabdingbar, ergänzt Martin Assmann von der Stadtplanung.

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Atib wird der Standort in Dornbirn zu klein. VN/PEM
Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee
Hier soll die neue Moschee hin. VN/Stiplovsek

Fäßler betont, dass er Atib eine Moschee ermöglichen wolle, allerdings nur im Einklang mit den Bedürfnissen der Stadt, des Umfelds und der Bevölkerung. Diese Aussagen bringen ihm Lob von der Expertin ein. Eva Grabherr, Geschäftsführerin von “okay.zusammenleben”, betont nämlich: „Dass sich der Bürgermeister proaktiv einbringt, ist für den Prozess gut und wichtig. Das ist kein Bau wie jeder andere, er löst eine Stimmung aus. In 30 bis 40 Jahren wird das anders sein.” Die Forschung zeige, dass mit jedem Projekt die Aufregung abnehme. „Es wird Gegenwehr geben, das hat auch Lustenau gezeigt. Allerdings viel weniger als noch in Bludenz.“

Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee
Expertin Eva Grabherr sieht die Wünsche nach repräsentativen Gebetshäusern als Zeichen gelungener Integration. VN/Serra
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So wird die Moschee in Lustenau aussehen.ATIB

Dass immer mehr Moscheegemeinden einen nach außen sichtbaren Gebetsort möchten, sei ein Zeichen gelungener Integration, fährt Grabherr fort. „Es ist klar, dass sich eine Religionsgemeinschaft, die über Migration in ein Land kommt, zunächst mit Provisorien behilft, sich später aber in repräsentativen Gotteshäusern treffen möchte.“ Das sei schon seit mehreren Hundert Jahren so. Nun auch in Dornbirn.

Atib Dornbirn möchte eine eigene Moschee
Die Bludenzer Moschee ist längst fertig. VN/Stiplovsek

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Rund 13.000 Personen sind in Vorarlberger Moscheegemeinden organisiert, davon die Hälfte als zahlende Mitglieder. Mehr als die Hälfte davon wiederum gehört dem türkischen Verein Atib an. Einer der größten Atib-Vereine befindet sich in Dornbirn. Derzeit unterhält der Verein in der Quellengasse einen Gebetsraum. Dort soll die Moschee entstehen. Seit zwei Jahren arbeite man daran, erklärt Atib auf VN-Anfrage. „Ziel des Projekts ist ein offenes, einladendes und qualitätsvolles Vereinshaus für Kultur und Begegnung.“ Die Rückmeldungen der Stadt habe man ernst genommen. Wie in Lustenau soll auch in Dornbirn Architekt Mimar Cansiz den Bau entwerfen. „Unser Ziel ist es, der Öffentlichkeit in einer weiteren Phase ein sorgfältig ausgearbeitetes und umfassend dargestelltes Projekt präsentieren zu können“, betont Atib-Obmann Ramazan Kocaman. In der Stadt soll sich künftig eine Projektgruppe darum kümmern. Zeitplan noch unklar.

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Quelle: okay.zusammenleben