Das Ende des Wettlaufs um die Förderung für Sonnenstrom

Die PV-Förderung in Österreich wird neu aufgestellt: Speicher rücken in den Fokus. Auch Vorarlberg rüstet nach.
Wolfurt Bei Familie Rohner in Wolfurt ist der Stromverbrauch nicht gerade niedrig: Drei Teenager im Alter von 13, 15 und 17 Jahren leben im Haushalt. “Da brennt auch mal länger das Licht”, sagt Martin Rohner und lacht. Hinzu kommen ein Elektroauto und eine Wärmepumpe. “Seit dem Frühjahr haben wir weniger schlechtes Gewissen, denn der Strom kommt vom Dach.”
Als die Rohners vor 16 Jahren ihr Haus bauten, war Photovoltaik noch zu teuer. Heuer hat die Familie rund 20.000 Euro in Anlage und Speicher investiert – ohne Förderung. “Wir wussten, dass es dieses Risiko gibt. Aber der Preis lag mittlerweile in einer Dimension, in der es trotzdem sinnvoll war”, sagt Rohner.
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Förderungen für Speicher
In den vergangenen drei Monaten speiste die Familie sogar zeitweise Strom in das Netz ein. “Wir selbst haben im Sommer aus dem Netz nichts gebraucht.” Für Rohner ist die Kombination aus PV-Anlage und Speicher deshalb eine Investition, die mehrere Aspekte verbindet: kluge Investition, Energieautonomie und Klimaschutz.
Dass die Photovoltaik-Förderung ab 2027 neu ausgerichtet werden soll, hält er vor diesem Hintergrund für sinnvoll. Die breite Förderung klassischer kleiner PV-Anlagen soll ab 2027 auslaufen. Stattdessen liegt der Schwerpunkt künftig auf Energiemanagementsystemen und intelligenten Speichern. Auch die Nachrüstung von Speichern bei bestehenden PV-Anlagen soll finanziell unterstützt werden. Wer bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion setzt, soll einen Bonus erhalten.
Hintergrund ist, dass vor allem an sonnigen Tagen rund um die Mittagszeit zunehmend günstiger Strom entsteht, während der Verbrauch am Abend steigt. Ein Beispiel: Am 20. August lag der durchschnittliche Großhandelspreis zwischen 10 und 16 Uhr laut Wirtschaftsministerium bei 14 Euro pro Megawattstunde. Am Abend waren es rund 180 Euro.

Flexibilität als große Stärke
“Im sich verändernden Strommarkt ist Flexibilität die große Stärke”, betont Michael Braun, Leiter der Energieberatung des Energieinstituts Vorarlberg. Gerade im Haushalt gibt es Hebel: Warmwasser kann tagsüber statt nachts bereitet werden. Auch Elektroauto, Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler lassen sich dann nutzen, wenn Solarstrom vorhanden ist. Aber nicht alle Stromanwendungen lassen sich beliebig verschieben. Deshalb hält das Energieinstitut die Anschaffung eines Speichers und eine zumindest vorübergehende Förderung für sinnvoll. Speicherkapazitäten könnten zudem dazu beitragen, die Kosten für den notwendigen Stromnetzausbau zu dämpfen.
Unabhängig von der Förderung mache die Anschaffung einer PV-Anlage weiterhin Sinn, sagt Braun. Dieser trockene Sommer habe erneut gezeigt, dass auch die Wasserkraft nicht immer so zuverlässig Strom liefere wie in der Vergangenheit.
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Kein Wettrennen um Förderungen mehr
Auch das Förderverfahren ändert sich. Zuletzt waren die Bundesmittel binnen weniger Sekunden ausgeschöpft. Künftig sollen Anträge erst nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden können. Der dritte und letzte Fördercall dieses Jahres am 8. Oktober soll aber noch nach dem bisherigen Verfahren abgewickelt werden. “Wir hoffen in diesem Zusammenhang auf ein österreichweit planbares Fördermodell ohne den Charakter eines Windhundrennens”, sagt Braun. Das funktioniere schließlich auch bei der Landesförderung in Vorarlberg seit jeher so: klare Förderbedingungen über einen definierten Zeitraum, verlässlich und planbar, für alle zugänglich.
Das Energieinstitut startet im Herbst gemeinsam mit Land, Gemeinden und PV-Betrieben eine Speicher-Nachrüstaktion. Ab Ende Oktober sind Informationsveranstaltungen geplant, die ersten in Nenzing, Lingenau und Dornbirn. Martin Rohner hat einen persönlichen Tipp für Interessierte: “Ich finde es wichtig, Vorarlberger Firmen zu unterstützen. Ich würde einen Installateur oder eine PV-Firma im Land empfehlen. Die machen das tipptopp.”