Ein UVP-Anwalt tourt durch Österreich – warum er auch in Nenzing war

Politik / 25.09.2026 • 15:07 Uhr
Ein UVP-Anwalt tourt durch Österreich – warum er auch in Nenzing war
Wolfgang List ist überall, wo es UVP-Verfahren zu finden gibt.VOL/Eckert

Wenn in Österreich und der Schweiz UVP-Verfahren abgehalten werden, taucht ein Name immer wieder auf. Auch in Nenzing sorgte dieser Mann dafür, dass es in der Verhandlung nie langweilig wurde.

Tourstopp UVP-Expertinnen und -Experten sind in Österreich rar gesät. Noch seltener sind jene, die regelmäßig die Seite von Projektgegnern vertreten. Einer, der in diesem Feld seit Jahren präsent ist, ist der Wiener Umweltrechtler Wolfgang List (70). Seine Expertise ist in ganz Österreich gefragt – und sein Name taucht auffallend oft dort auf, wo große Infrastruktur- oder Umweltprojekte auf Widerstand stoßen.

So war List an mehreren bedeutenden Umwelt- und UVP-Verfahren beteiligt: Ob im Verfahren gegen die Salzburgleitung, gegen die Seilbahn Kahlenberg oder im HCB-Umweltskandal. Wird irgendwo über Umweltthemen gestritten, ist List nicht weit. Auch im Umfeld der Gegner des Umbaus der Herbertinger Leitung in Lochau taucht sein Name auf.

Ein UVP-Anwalt tourt durch Österreich – warum er auch in Nenzing war
In Nenzing ging es teilweise rund.VN/Rausch

Nun ist List wieder in Vorarlberg aktiv. Bei der UVP-Verhandlung zum geplanten Kraftwerk auf dem Betriebsgelände von Rondo Ganahl in Frastanz vertrat er gemeinsam mit seinem Kollegen Piotr Pyka (38) Anrainer. Die zweitägige Verhandlung fand vergangene Woche im Ramschwagsaal in Nenzing statt.

List und die Projektgegner sorgten dabei immer wieder mit Zwischenrufen und zahlreichen Vertagungsanträgen für Unterbrechungen. Am Ende wurde die Verhandlung nach zwei intensiven Tagen vertagt und soll zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Und damit dürfte List in Vorarlberg noch nicht zum letzten Mal aufgetreten sein. Denn wo ein umstrittenes Umweltprojekt auf Widerstand trifft, ist der Umweltrechtler häufig nicht weit.