Warum die ÖVP wieder in der Brauerei landete

Innerhalb von einer Woche waren ÖVP-Granden zweimal in Frastanz zu Gast. Einmal mit ganz hohem Besuch.
Bierdusche Die ÖVP versuchte, den Besuch so lange wie möglich nicht öffentlich zu machen. Doch wenige Tage vor dem Bockbierfest sickerte es durch: Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker (66) kommt nach Frastanz. Verwunderlich war für viele, dass das beliebte Volksfest offenbar der einzige Grund für den Vorarlbergbesuch war. Denn während Neos-Klubobmann Yannick Shetty (31) seinen beruflichen Besuch in Vorarlberg nutzte, um am Abend ebenfalls das Bockbierfest zu besuchen, sei Stocker eigens dafür angereist, munkelte man.
Tatsächlich ging es Stocker vor allem um den Besuch in Frastanz. Er löste damit ein Versprechen ein, die Heimat von Landeshauptmann Markus Wallner (VP, 59) zu besuchen. Wallner hatte ihn eingeladen. Und natürlich soll Stocker bei der Gelegenheit auch Arbeitsgespräche mit Wallner und Co. geführt haben. Außerdem war er auf der Durchreise: Sein Ziel war der Flughafen Zürich. Von dort ging es weiter zur UN-Generalversammlung nach New York.
Dass die Brauerei Frastanz eine Woche später für Wallner und Co. erneut zum Reiseziel wurde, war da noch nicht bekannt. Eigentlich wollte der ÖVP-Landtagsklub mit Klubobfrau Veronika Marte (44) die Walgaukaserne besuchen – im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik vor Ort“. Eine Veranstaltung in eine Kaserne zu verlegen, ist für eine Partei allerdings gar nicht so einfach. Das Wehrgesetz sieht klare Regeln vor, die in diesem Fall nicht eingehalten wurden. Also wich die Partei kurzfristig aus. Und zwar in die Brauerei Frastanz. Der Weg war ja schon bekannt.