Vorarlberg konnte erstmals gewidmete Studienplätze vergeben – es fehlt nun aber woanders

Erstmals seit 2024 konnte Vorarlberg alle drei dem Land gewidmeten Medizin-Studienplätze besetzen. Es gibt jedoch einen Fachbereich, in den sich niemand aus Vorarlberg einschreiben kann.
Innsbruck An der Medizinischen Universität Innsbruck beginnen im Wintersemester 2026/27 insgesamt 473 Studierende ein Studium der Humanmedizin, Zahnmedizin oder Molekularen Medizin. Aus Vorarlberg sind es heuer 33 neue Studenten.
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Von den 473 Studienanfängern entfallen 400 auf Humanmedizin, 40 auf Zahnmedizin und 33 auf den Bachelorstudiengang Molekulare Medizin. In der Humanmedizin sind heuer 215 Frauen und 185 Männer im ersten Semester eingeschrieben.

Gewidmete Studienplätze erstmals vergeben
“Gratulation an die Frau Landesrätin”, begrüßt Vizerektor Wolfgang Prodinger, dass Vorarlberg aus den Anfangsjahren lernte und auch heuer ausreichend Vorverträge abschloss. So konnten alle drei Vorarlberg zustehenden gewidmeten Plätze besetzt werden. Das Land kann seit 2024 diese drei Plätze vergeben, um die medizinische Versorgung in Vorarlberg zu stärken. Es gelang aber erst 2026, ausreichend Interessenten zu finden, die die Kriterien erfüllten. Wer sich für einen vom Land Vorarlberg reservierten und geförderten Platz in Innsbruck bewirbt, muss sich unter anderem dazu verpflichten, nach Studienabschluss mindestens fünf Jahre in Vorarlberg zu arbeiten. Neu war heuer, dass man nicht Amtsarzt werden muss. Auch erhalten sie ein monatliches Stipendium von 1035 Euro. Sie müssen beim Aufnahmetest mindestens 75 Prozent erreichen.
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Keine Zahnärzte für Vorarlberg
Aus Vorarlberg starten heuer 29 Studierende ein Humanmedizinstudium in Innsbruck. Im Vorjahr waren es 22. Für den Bachelor Molekulare Medizin beginnen vier Studierende aus Vorarlberg. Auffällig ist die Entwicklung bei der Zahnmedizin: 2024 begannen noch sechs Frauen und ein Mann aus Vorarlberg die Ausbildung zum Zahnarzt. Vergangenes Jahr waren es noch insgesamt zwei, heuer konnte sich niemand einschreiben.
“Wir hatten hier einen starken Anstieg an Bewerbern”, verweist Prodinger auf die Zahlen: Es bewarben sich 301 Personen auf 40 Studienplätze. Davon qualifizierten sich 14 Personen mit österreichischem Reifezeugnis zum Studium, zehn davon aus Tirol. Aus Vorarlberg traten 15 Personen zur Aufnahmeprüfung an.
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Seit 2019 gibt es für die Zahnmedizin keine Quote mehr, die einen Mindestanteil an österreichischen Studienanfängern für einen der insgesamt 144 gesetzlich vorgesehenen Studienplätze vorsieht. “Wir wären sicher sehr froh”, spricht sich Prodinger für eine Rückkehr der Quote aus. “Wir haben hier im Westen eine andere Konkurrenzsituation als Wien oder Graz.” Dies müsse aber jemand anderes als die Universität umsetzen: “Schlussendlich ist dies eine politische Entscheidung.” Die Europäische Kommission hat die Beschränkung in der Zahnmedizin im Gegensatz zur Humanmedizin als europarechtlich nicht gerechtfertigt angesehen.
Aufnahmeprüfungen
Für das Humanmedizinstudium hatten sich allein in Innsbruck 3124 Personen zum MedAT angemeldet, 2329 nahmen schließlich am Aufnahmetest teil. Die Studienplätze werden nach dem Ergebnis des Aufnahmeverfahrens vergeben. Für Humanmedizin gilt weiterhin die Kontingentregelung, wonach mindestens 75 Prozent der Plätze an Bewerberinnen und Bewerber mit österreichischem oder gleichgestelltem Reifezeugnis gehen.