Raus aus Öl und Gas: Was Sie über die neuen Förderungen wissen müssen

Ab November gibt es neue Förderungen für den Heizungstausch, 2027 folgen weitere Mittel für Sanierungen.
Lauterach 350 Euro für Energie – und das seit Jahresanfang. Für Christian Fischer aus Lauterach ist das die bisherige Bilanz eines Haushalts mit vier Personen, Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Elektroauto. Vor zwei Jahren hat er zudem seine Gasheizung ersetzt. “Ich habe es nicht bereut”, sagt der Elektrotechniker. Für alle Interessierten startet bald die nächste Runde der Bundesförderungen für den Heizungstausch.
Wie aufwendig der Wechsel auf ein neues Heizsystem ist, hänge von den individuellen Gegebenheiten ab, betont Fischer. Bei ihm ging es schnell: “In zweieinhalb Tagen war alles erledigt.” Zwei Jahre nach dem Umstieg fällt seine Bilanz jedenfalls positiv aus. Auch einen weiteren Vorteil neben Klimaschutz und geringeren Kosten hat er inzwischen kennengelernt: Eine Wärmepumpe kann nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Gerade in diesem heißen Sommer war das eine wichtige Ergänzung für den Wohnkomfort.

Sprint auf Förderungen
Wer ebenfalls seine Öl-, Gas-, Stromdirekt- oder Kohleheizung ersetzen möchte, kann sich ab 2. November wieder für eine Bundesförderung registrieren. Der Förderzeitraum läuft bis maximal 31. Dezember 2026 – oder so lange, bis die verfügbaren Mittel ausgeschöpft sind. Die Aktion überbrückt die Zeit bis zum Start der “Sanierungsoffensive 2027”.
Für den Umstieg auf Nah- oder Fernwärme gibt es vom Bund 4000 Euro, für eine Wärmepumpe 5000 Euro und für einen Biomassekessel 6000 Euro. Bei einer Wärmepumpe kommen für Tiefenbohrungen oder Grundwasserbrunnen weitere 5000 Euro als Bohrbonus infrage. Wer beim Heizungstausch zusätzlich eine thermische Solaranlage installiert, kann einen Solarbonus von 2500 Euro erhalten.
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Die Förderung lässt sich mit weiteren Förderungen von Land und Gemeinden kombinieren. Damit sind laut Information des Energieinstituts Vorarlberg beispielhafte Gesamtförderungen von bis zu 6500 Euro für eine Luftwärmepumpe, bis zu 13.000 Euro für eine Erdsonden-Wärmepumpe, bis zu 7000 Euro für Nahwärme und bis zu 9000 Euro für eine Pelletsheizung möglich.
Förderfähig sind Heizungstausche in Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern und Reihenhäusern in Österreich. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gebäude als Hauptwohnsitz genutzt wird oder wie hoch das Einkommen der Eigentümerinnen und Eigentümer ist. Förderfähig sind Lieferungen und Leistungen, die ab dem 7. Oktober 2026 erbracht wurden. Nach erfolgreicher Registrierung ist das Fördergeld reserviert. Anschließend bleiben neun Monate, um die Heizung zu tauschen, die Rechnung des Fachbetriebs zu bezahlen und den Förderantrag abzuschließen.
500 Millionen Euro für 2027
Am 4. Jänner 2027 startet die “Sanierungsoffensive 2027”. Dafür stehen insgesamt 500 Mio. Euro bereit: 360 Mio. Euro aus dem Umweltministerium und 140 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsministerium. Neben dem Heizungstausch werden damit auch thermisch-energetische Sanierungen gefördert.
Die Regierung hat die maximale Förderquote für den Heizungstausch jedoch von 30 auf rund 20 Prozent gesenkt. Stattdessen gelten künftig die festgelegten Pauschalbeträge. Umweltminister Norbert Totschnig begründete die Anpassung mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit und der hohen Nachfrage. So sollen möglichst viele Förderwerber berücksichtigt werden.
Auch die Abwicklung ändert sich: Bisher mussten sich Interessierte zunächst registrieren und konnten die Belege innerhalb von neun Monaten einreichen. Künftig sollen Antragstellung, Genehmigung und Endabrechnung in einem Verfahren gebündelt werden.