Sportlich top, Infrastruktur ein Flop

Klassenerhalt ist das große Ziel des FC Wolfurt im vierten Regionalliga-Anlauf.
Wolfurt Der FC Wolfurt schlägt ein neues Kapitel auf. Zum vierten Mal spielt der Hofsteigklub in der Regionalliga West, nachdem Aufstiegstrainer Jürgen Maccani die Mannschaft zurück in Österreichs dritthöchste Spielklasse geführt hat. Die Geschichte mahnt jedoch zur Vorsicht: Sowohl 1993 als auch 2023 folgte auf den Aufstieg der direkte Wiederabstieg. Dieses Szenario soll sich dieses Mal nicht wiederholen. Trotz des wohl kleinsten Kaders der 16 Westliga-Vereine ist der Klassenerhalt das klar erklärte Ziel und auch möglich. Schließlich will der Verein 2027, wenn der FC Wolfurt sein 80-jähriges Bestehen feiert, sportlich weiterhin auf der großen Bühne vertreten sein.

Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Sportlich sieht man sich gut aufgestellt, infrastrukturell hingegen herrscht großer Nachholbedarf. In der kurzen Sommerpause wurde der Kader kräftig umgebaut. Acht Spieler haben den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet, darunter mehrere langjährige Leistungsträger. Gleichzeitig verpflichtete der FC Wolfurt sechs Neuzugänge, die frischen Schwung bringen sollen. Trainer Jürgen Maccani steht damit vor der Herausforderung, aus einer neu formierten Mannschaft möglichst rasch ein funktionierendes Team zu formen. Vor allem die Heimspiele an der Ach sollen zum Schlüssel im Kampf um den Ligaverbleib werden. Dort müssen die notwendigen Punkte eingefahren werden, um sich frühzeitig vom Tabellenkeller fernzuhalten.

Während der sportliche Blick nach vorne gerichtet ist, sorgt die Infrastruktur für Sorgenfalten. Neo-Präsident Christian Ebnicher fand deutliche Worte. Sowohl die Sportanlage an der Ach als auch jene am Flotzbach seien längst an ihrer Belastungsgrenze angekommen. “Es ist allerhöchste Zeit, dass in der Infrastruktur bei beiden Sportanlagen bald etwas passiert”, betonte Ebnicher. Besonders das provisorische Klubheim ist in die Jahre gekommen. Von einer regionalliga-tauglichen Infrastruktur könne keine Rede sein. Die Anlagen seien vollständig ausgelastet und würden den Anforderungen eines ambitionierten Vereins längst nicht mehr gerecht.
Damit steht der FC Wolfurt vor einer doppelten Herausforderung. Abseits des Rasens braucht es jedoch dringend Investitionen, damit die Infrastruktur mit der sportlichen Entwicklung Schritt halten kann.
Thomas Knobel


