Fünf Tore, drei Ausschlüsse und eine irre Wende im Derby

Regionalliga / 20.09.2026 • 17:41 Uhr
Kerim Kalkan (l.) war für FC Lustenau im Derby in Wolfurt der Matchwinner. VN-Serra
Kerim Kalkan (l.) war für FC Lustenau im Derby in Wolfurt der Matchwinner. VN-Serra Thomas Knobel

Nach 2:0-Führung verlieren die Gastgeber noch mit 2:3 in der Nachspielzeit.

Wolfurt Sechs Spieltage lang hatte der FC Lustenau die rote Laterne in der Regionalliga West getragen. Nach dem verrückten Derby beim FC Wolfurt ist diese Zeit vorbei. Die Mannschaft von Trainer Philipp Hagspiel drehte eine Partie, in der sie mehr als eine Stunde lang mit zwei Toren zurücklag, und feierte mit dem 3:2 den ersten Saisonsieg. Gleichzeitig rutschte Wolfurt auf den vorletzten Tabellenplatz ab, während nun Lauterach das Schlusslicht der Liga bildet.

500 Zuschauer am Sportplatz an der Ach erlebten ein Derby, das in der Schlussphase völlig aus dem Ruder lief. Wolfurt erwischte den besseren Start und legte bereits in der neunten Minute vor. Alessandro Petrovic traf zum 1:0 und sorgte dafür, dass die Gastgeber mit einer Führung in die Pause gingen. Kurz nach Wiederbeginn legte Wolfurt nach. Kevin Zehrer erhöhte in der 49. Minute auf 2:0, und die Hausherren schienen die Partie unter Kontrolle zu haben.

Wolfurt führte mehr als eine Stunde mit zwei Toren, aber verlor. VN-Serra
Wolfurt führte mehr als eine Stunde mit zwei Toren, verlor aber. VN-Serra Thomas Knobel

Doch der FC Lustenau gab sich nicht geschlagen. In der 62. Minute verkürzte Kerim Kalkan auf 1:2 und brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel. Elf Minuten später fiel bereits der Ausgleich. Simon Häfele traf zum 2:2 und machte aus dem scheinbar klaren Wolfurter Vorsprung wieder eine völlig offene Partie.

Wolfurt ist nach der Derbypleite nun Vorletzter. VN-Serra
Wolfurt ist nach der Derbypleite nun Vorletzter. VN-Serra Thomas Knobel

Dann schlug Kalkan in der Nachspielzeit ein zweites Mal zu. In der 93. Minute plus drei traf Lustenaus Offensivmann zum 3:2 und machte damit die spektakuläre Aufholjagd perfekt. Ausgerechnet jener Spieler, der seine Mannschaft mit dem Anschlusstreffer zurückgebracht hatte, wurde damit endgültig zum Matchwinner.

Paulo Victor gegen Martin Krizic. VN-Serra
Paulo Victor gegen Martin Krizic. VN-Serra Thomas Knobel

In der langen Nachspielzeit eskalierte die ohnehin aufgeheizte Stimmung. In der 96. Minute wurden noch drei Spieler ausgeschlossen. Aufseiten der Wolfurter sahen Markus Müller und Kauan Brustolin jeweils wegen Unsportlichkeit die Rote Karte. Beim FC Lustenau wurde Simon Grabherr wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen.

Fünf Tore, drei Ausschlüsse und eine Wende, die beim Stand von 2:0 kaum noch zu erwarten war. Für den FC Lustenau hat der Erfolg zudem eine besondere Bedeutung: Nach sieben Runden steht erstmals ein Sieg zu Buche, und die Mannschaft verlässt den letzten Tabellenplatz. Wolfurt muss dagegen nach der bitteren Heimpleite auf die Trendwende warten. VN-TK