Menorca Stück für Stück entdecken

Durchgesetzt hat sich das weltoffenere Maó, dessen Altstadt auf einer Klippe liegt und einen wunderbaren Blick auf einen der besten Naturhäfen des Mittelmeeres bietet. Ciutadella hingegen ist das historische Herz der Insel. In der von engen Gassen und Arkadengängen durchzogenen Altstadt drängen sich Kirchen und Adelspaläste. Und von der Festung blickt man hinab auf einen schmalen Fjord, der sich malerisch zwischen die ockerfarbenen Felswände des Hafens schiebt. Dazwischen tanzen Fischerboote und Segler auf den Wellen.
Zwischen den zwei Städten reiht sich nur eine Handvoll weißer Dörfer, an denen die touristische Entwicklung vorbeigegangen zu sein scheint. Sie symbolisieren das ländliche Menorca, das sich nicht nach außen öffnet, sondern alte Traditionen bewahrt. Das gilt auch für die Llocs, die alten Landgüter, die wehrhaft auf den Hügeln thronen und deren Besitzer einen hohen gesellschaftlichen Rang innehaben.
Badespaß in Ruhe
Poc a Poc sollte man auch die herrlichen Strände entdecken: Eine wunderbare Stille, weil viele von ihnen nur umständlich erreichbar sind, und landschaftlichen Genuss, weil sie sich malerisch zwischen cremefarbene Felsen schmiegen, über denen duftende Pinien rauschen und kristallklares Wasser leuchtet.
Auf dem Weg zu diesen Badeperlen quert man oft auch einen berühmten Pfad, der einst die gesamte Insel umzog. Der Camí de Cavalls, der Weg der Pferde, wurde im Mittelalter von Meldereitern benutzt, die vor Piraten warnten. Heute zieht er Wanderer und Mountainbiker an. Auch für Reiter soll er in Zukunft zugänglich sein, denn Pferde haben auf Menorca eine lange Tradition. Besonders im Mestral, dem Nordwesten, sieht man sie abends trainieren, die Reiter auf schwarzen Rössern, die man zum Fest von Sant Joan zum „Jaleo“, dem Tanz mit den Pferden, braucht. Sie sind das Herzstück der menorquinischen Volksfeste – eine weitere Facette der Insel, die eine Entdeckung Poc a Poc lohnt.