Im Reich des feurigen Riesen

Reise / 06.06.2014 • 11:26 Uhr
Berge, Vulkane, Wälder und das Meer zeichnen Siziliens Landschaft aus.  Fotos: shutterstock
Berge, Vulkane, Wälder und das Meer zeichnen Siziliens Landschaft aus. Fotos: shutterstock

Gespenstisch ragen weiße Birkenstämme aus den pechschwarzen Lavasteinen. Nur am Ätna wachsen drei bis vier Bäume aus einer einzigen Birkenwurzel. Zum Beweis, dass der Berg auch an scheinbar harmlosen Flanken jederzeit aufbrechen kann, führt uns Emmi zu einem neun Meter tiefen erloschenen Lava-schlund.

Fruchtbarer Boden

Der Berg ändert ständig sein Aussehen, nur vereinzelt sehen wir Wegweiser oder Markierungen. Wo vor ein paar Jahren noch ein dichter Wald war, starrt man jetzt auf die Gerippe abgestorbener Bäume. An anderen Stellen schieben zarte Ginsterbüsche und Kiefern bereits wieder grüne Zweige zwischen den Basaltbrocken hindurch. „Der Vulkan nimmt und gibt“, sagt Mansfeld, der vulkanische Boden ist ungemein fruchtbar, alles gedeiht zur Freude der sizilianischen Bauern üppig und reichlich. Als der kräftige Wind endlich die letzten Wolkenfetzen davonjagt, glitzern die schneebedeckten Vulkangipfel grell in der Sonne. Die Hochebene erinnert an futuristische Mondlandschaften der „Star Wars“-Filme. Doch statt Darth Vader treffen wir Santo, einen knorrigen Sizilianer, der seine beiden Eseldamen Gina und Stella im weichen sizilianischen Dialekt beständig antreibt. Die Vierbeiner tragen in Körben die Zutaten für unser Picknick bis zum entlegenen Refugio Monte Baracca. Dort knistert schon das Kaminfeuer. An grob gezimmerten Tischen genießen wir ein frugales Mahl aus Oliven, Pistaziensalami, Käse, Artischocken, Obstsalat, natürlich den Ätna-Rotwein von sonnenverwöhnten Reben, und lassen uns von Santo mit Bruschetta-Broten verwöhnen.

Bei unserer Wanderung kommen wir ohne Egidio sicher zum Ziel – der kapriziöse Vulkan ist an diesem Tag milde gestimmt.

Lesen Sie nächste Woche im Reiseteil: Zum Wellnessen und Entspannen nach Ungarn.