Ateliers statt Fabriken in China

Reise / 01.08.2014 • 10:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch Skulpturen werden in den Ausstellungen in Songzhuang gezeigt. Foto: Flickr
Auch Skulpturen werden in den Ausstellungen in Songzhuang gezeigt. Foto: Flickr

wo der bekannteste chinesische Künstler Ai Weiwei lebt. Mittlerweile ist das ehemalige Fabrikgelände 798 trendgerecht saniert und Anlaufpunkt für Touristen und angesagte Galeristen. Kunst teuer zu verkaufen, statt Kunst zu produzieren, werfen deshalb immer mehr der Art Zone 798 vor. Ganz anders dagegen Songzhuang: Touristen verirren sich bis jetzt nur ganz selten hierher, dabei organisiert das Sunshine International Art Museum – immerhin eines der größten seiner Art in China – seit 2008 jedes Jahr mehrere hochkarätige Ausstellungen. Da größtenteils private Sponsoren die Finanzierung übernehmen, mischt sich der Staat nur selten ein. Li Xiu Fang und Wu Zhen Huan sind Nachbarn und Kollegen. Wus Gemälde sind sehr groß. Damit gleicht sein Atelier eher einer Lagerhalle. Eimerweise verteilt er schwarze Farbe auf weißen XXL-Leinwänden. Seine Werke kennt man mittlerweile auch außerhalb Chinas. Stolz erzählt er von Ausstellungen in Italien, England und Malaysia. „Moderne Kunst hat in China keine Tradition“, sagt er, „früher habe ich anders gemalt, gegenständlicher und farbiger.“ Mit seinen großformatigen Schwarz-Weiß-Orgien möchte er eine Verbindung zwischen chinesischer Tuschemalerei und westlicher Ölmalerei herstellen. Ein wahrer Meister dieser klassischen Tuschemalerei ist Wang Tao, der ebenfalls sein Atelier in Songzhuang hat. Auch Wang Taos Werke sind Schwarz-Weiß-Kunstwerke, passen aber noch auf seinen großen Ateliertisch. Mit unglaublich ruhiger, aber erstaunlich flinker Hand setzt er die Pinselspitze auf das Papier. Zurück bleiben unzählige schwarze Striche, die sich schließlich zu Blättern, Ästen und Bäumen vor Bergen und Seen zusammenfügen.

Es lohnt sich, in Songzhuang auf Entdeckungstour zu gehen, denn Li Xiu Fang, Wu Zhen Huan und Wang Tao sind nur drei von mittlerweile mehr als 2000 Künstlern, die in dem Ort leben und arbeiten.

Lesen Sie nächste Woche im Reiseteil: Thailand. Reise ins Land des Lächelns.

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