Mexiko: Das wertvolle Erbe der Maya

Reise / 10.10.2014 • 11:33 Uhr
Diese Ringe aus Stein nutzten die Mayas für Ballspiele. Fotos: shutterstock (6)
Diese Ringe aus Stein nutzten die Mayas für Ballspiele. Fotos: shutterstock (6)

sie Salz ab, mit dem Fleisch konserviert und dann nach Uxmal verkauft wurde. Auch heute noch befindet sich hier ein von leuchtenden Flamingos bevölkerter industriell genutzter Salz-Pool. Im Fluss nebenan leben Reiher, Seeadler und riesige Pelikane. Das Wasser ist braun, an den Ufern fast rot, als würden die Mangroven ins Wasser bluten – dort, wo sich die Krokodile verstecken. Der nahe gelegene Ort, den die Fischer als Basis nutzen, trägt noch immer den alten Maya-Namen: Holkoben, Eingang zur Küche.

Glaube an alte Kultur

Die Maya, ein Handelsvolk, hatten dem Eroberungsdrang der Spanier damals wenig entgegenzusetzen. Doch noch immer leben – gemessen an der Sprache – bis zu drei Millionen Angehörige des stolzen Volkes in Yucatán. In einigen Gegenden, wie in Donatos Heimat, unterrichten die Lehrer in der Grundschule noch eine der 25 Maya-Sprachen. Der Glaube an die alte Kultur ist hier auf dem Land noch groß. Vor der Aussaat stimmen die Bauern ihre Götter mit Opfergaben milde, obwohl neben dem quadratischen Dorfplatz eine kleine blau getünchte Kirche steht. Anderswo lebt die Maya-Tradition dagegen nur in den romantischen Fantasien der Touristen fort. Vor allem in Tulum, wo sich die grauen Tempel vom Grün der Palmen und dem glitzernden Türkis des Meeres abheben. Das Karibische Meer zu Füßen spürt man: Hier hat ein Volk seinen Herrschaftsanspruch Stein auf Stein aufeinandergeschichtet. Oder bei einer Tour durch den Rio Secreto, einen der unterirdischen Flüsse, die ganz Yucatán untergraben.

„Wenn wir die Maya verstehen wollen, müssen wir die Welt so sehen, wie sie es getan haben“, sagt Gustavo Novelo. Da bleibt nur zu hoffen, dass auch die Nachkommen des antiken Volkes den Zauber der Vergangenheit wiederentdecken – bevor es dafür zu spät ist.

Lesen Sie nächste Woche im Reiseteil: Surfen, Tauchen und entspannen auf Bali und Lombok.