Torajakultur im Hochland Sulawesis

Reisfelder, Wasserbüffel, Märkte und die spannende Kultur der Toraja auf Sulawesi.
reise. (VN-ber) Es ist früh am Morgen, als wir mit dem Nachtbus nach einer achtstündigen Fahrt von Sulawesis Hauptstadt Makassar das Marktstädtchen Rantepao erreichen. Hier konzentriert sich der gesamte Tourismus der Toraja-Region, denn Rantepao ist der optimale Ausgangspunkt für Tagestouren ins Umland. Abgesehen von einem großen Markt, der sich direkt vor unserem Homestay, wie sich die Unterkünfte in Privathäusern nennen, ist noch alles ruhig. Obwohl Rantepao im Vergleich zum Rest von Sulawesi sehr touristisch ist, werden wir auch hier immer noch von allen freundlich begrüßt. „Hello Misses, hello Mister!“, tönt es in der Straße von allen Seiten als wir vorbeilaufen, aber aufdringlich ist trotzdem keiner. Die meisten freuen sich einfach nur, wenn sie ein paar Worte englisch sprechen können. Überhaupt sind die Menschen in Sulawesi extrem gastfreundlich und hilfsbereit. So auch Satu, der uns in der Unterkunft freundlich empfängt und uns anbietet, für die nächsten Tage unser Guide zu sein, was wir gerne annehmen, denn gerade um eine der Beerdigungszeremonien mitzuerleben, für die die Toraja besonders bekannt sind, ist es ratsam, einen Guide an seiner Seite zu haben. Am Nachmittag fahren wir allerdings erst mal Richtung Süden, nach Lemo, wo wir die ersten typischen Häuser der Toraja sehen, die mit beeindruckenden Schnitzereien und Dächern, die an eine Schiffsform erinnern, noch heute auf Pfähle gebaut und genutzt werden. Außerdem befinden sich in Lemo die berühmten Felsengräber mit lebensechten, aus Holz geschnitzten Figuren der Verstorbenen. „Wir glauben daran, dass sich die Menschen nach dem Tod auf eine lange und gefährliche Reise nach Puya begeben, deren Weg in den Tunneln der Felsengräber beginnt. Wer die lange Reise tatsächlich schafft, kann den heiligen Berg Bambapuang besteigen und von dort aus in die Oberwelt eingehen“, erzählt uns Satu. Aus diesem Grund werden in der Torajakultur auch wochenlange Totenfeste gefeiert, bei denen – je nach Status und Reichtum der Familie – zahlreiche Büffel und Schweine geschlachtet werden, um den Verstorbenen mit genügend Proviant zu versorgen. Der soziale Druck, der so auf den Verwandten eines Verstorbenen liegt, ist enorm. Viele müssen jahrelang sparen, um sich eine solche Beerdigungszeremonie leisten zu können, denn die Kosten sind