Blühende Heide und Wasser

Reise / 22.09.2017 • 07:55 Uhr
Blühende Heide und Wasser

Kleine Dörfer, liebenswerte Menschen und atemberaubende Landschaften prägen eine Reise durch Schottland.

Das ehemalige Fischerdorf „The Ha’en“ besteht aus wenigen Häusern. Es ist jenen Besuchern vorbehalten, die es finden. Das gelingt nur mit Elizabeths detaillierter Wegbeschreibung, sie lädt zum Barbecue an die Küste anlässlich ihres Geburtstags ein. Nur Eingeweihte nehmen die extra als Ackerpfad getarnte Abzweigung vor den zwei alten Windrädern wahr und biegen dann rechtzeitig scharf ab, bevor sie geradeaus direkt ins Meer stürzen würden. „Das wäre der falsche Weg“, steht scherzhaft auf dem Blatt Papier, das als Plan dient. Der Fahrer sitzt rechts – Glück oder Unglück. Den linksseitigen Abgrund zum Meer sieht er nicht, das hohe Gras verdeckt die Sicht. Viel Platz bleibt nicht, die Beifahrerin hält die Luft an. Ob das hilft auf dieser schmalsten aller „single-track-roads“ Schottlands ist sehr fraglich. Endlich ist es aber geschafft. Ein herzliches Hallo, und schnell kennt jeder jeden im winzigen Dörfchen direkt am Wasser. Diese Freundlichkeit erleben wir fast überall, auch später bei Donald in Strathpeffer. Für ihn sind die Gäste seine Familie, die immer größer wird, wie er sagt. „Und vergessen Sie nicht, links zu fahren“, gibt er beim Abschied gern mit auf den Weg. Keiner redet über das Wetter an jenem Samstag Ende August am Meer. Ein aufrichtiges „nice day, isn’t it?“ genügt, und die Party beginnt in der Abendsonne. Sie endet im kleinen Fischerhaus bei traditioneller Livemusik und Tanz. Neulingen sind schnell ein paar Tanzschritte beigebracht, da bleibt niemand sitzen.

Auch die Golfspieler im nahen Carnoustie halten nicht viel vom Sitzen. „Es muss nicht immer St. Andrews“ sein, betont ein Schweizer, den wir bei David in Arisaig treffen. Nichtspieler dürfen in Carnoustie durch das weitläufige Gelände der Links zwischen den Dünen spazieren, sie sollen sich lediglich vor fliegenden Bällen in Acht nehmen.

„The Fringe“ in Edinburgh

Und dann ist da Edinburgh, die Hauptstadt und seit 1999 Sitz des Schottischen Parlaments. Die vielen Menschen, die sich bei sommerlichen Temperaturen in den

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