Reise / 07.07.2023 • 11:47 Uhr
Das Dörfchen Porto Ercole mit lockt mit seinem schönen Hafen viele Touristen an. Shutterstock
Das Dörfchen Porto Ercole mit lockt mit seinem schönen
Hafen viele Touristen an. Shutterstock

kann man am Monte Argentario herrlich windsurfen, das ganze Jahr über kommen die Taucher: Der gesamte Südwestteil der Insel ist geschützter Unterwasser-Nationalpark. Wanderer finden wundervolle Kletterpfade durch das fast unbewohnte Inselinnere, und Entdeckernaturen zieht es zu den vielen einsamen Wehrtürmen hoch oben auf den Klippen, von denen der eindrucksvollste „Capo d’Uomo“ – Menschenkopf – heißt. Einfacher zu erreichen ist die schönste Festung aus der Zeit der spanischen Eroberer: Eine Autostraße führt hinter Porto Ercole zur Forte Stella.

Flanieren an der Uferpromenade

Und am Abend? Da geht es selbstverständlich zur „Passeggiata“ entlang der Uferpromenade von Porto Santo Stefano. Elf Monate im Jahr ist das ein eher beschauliches Schauspiel: Man bestaunt einige der teuersten Motor­yachten der Welt und stoppt kurz auf ein Glas Ansonaco-Wein und eine Schiaccia all‘Acciughe, die lokale Pizza-Variante mit süßen Zwiebeln, Sardellen und natürlich viel Olivenöl. Dann schlendert man weiter zur Bar Giulia auf einen Cocktail und kleine Knabbereien, kauft sich ein Fior-Di-Panna-Eis bei „Pozioni di Neve“ im alten Hafen. Und schließlich sieht man noch den Fischkuttern beim Entladen der Scampi und der anschließenden Fischversteigerung zu. Mitte August aber wird alles anders: Dann schiebt sich eine wogende Menschenmenge über das Pflaster. Die Polizei lässt nur noch Anwohner mit Parkausweis in die hintere Hälfte des Ortes, Unterkünfte und Restaurants platzen aus allen Nähten – Hochsaison! Die gipfelt am 15. August, wenn die jeweils vier konditionsstärksten jungen Männer aus den vier Stadtvierteln unter dem Jubel von 30.000 Menschen zum traditionellen Ruderwettkampf „Palio Marinaio“ antreten. Wer Ruhe sucht, macht um diese Zeit am besten einen großen Bogen um den Monte Argentario. Die Italiener aber würden nicht im Traum daran denken, dort zu einer anderen Zeit Urlaub zu machen. Denn warum um Himmels willen sollte man nach Porto Santo Stefano reisen, wenn nichts los ist?