Im Süden der Toskana

Reise / 07.07.2023 • 11:46 Uhr
Im Süden der Toskana

Die Halbinsel Monte Argentario: Versteckte Badebuchten, verwunschene Villen und Wanderwege mit Tiefblick.

In Italien kennt jedes Kind den Monte Argentario. Die meisten Urlauber aber fahren auf der Küstenautobahn von Pisa nach Rom daran vorbei – und wissen nicht, was sie verpassen. Schon die Lage des „Silberbergs“ (so die wörtliche Übersetzung) ist einzigartig: Über 600 Meter hoch erhebt sich die dicht bewachsene, felsige Insel vor der toskanischen Küste; zwei langgezogene Naturdämme aus feinem Dünensand halten die Verbindung zum Festland. So braucht man keine Fähre und zum Baden gibt es beides: Sand und Felsen, lange Strände und kleine Buchten. Acht Kilometer Sand, gesprenkelt mit fröhlich-italienischem Trubel, bietet der Nordstrand „Giannella“. Natur pur kennzeichnet den Südstrand „Feniglia“ gegenüber. Den muss man allerdings zu Fuß erreichen, denn es gibt keine Autostraße, nur riesige Pinien, unter denen Wildschweine und Kaninchen durch das meterhohe Gras streifen. Kenner aber bleiben nicht an den Dünendämmen stehen, sondern suchen sich auf der Felseninsel ihre eigene kleine Bucht. Der Weg zum Wasser ist immer schweißtreibend, aber er lohnt sich. Besonders hübsch sind die grobsandige Cala del Gesso mit Traumblick auf die Insel Giglio und die Spiaggia Lunga unterhalb der wirklich sternförmigen Forte Stella bei Porto Ercole.

Schwimmen über antike „Felsen“

Sogar über antike römische Felsen kann man schwimmen: Bei den Bagni di Domiziano überraschen Mauerreste im seichten Wasser; sie sollen Überreste einer Villa der Domitii Enobarbi sein, also der Familie Kaiser Neros. Ein Geheimtipp bleibt das „Purgatorio“ (Fegefeuer) ganz im Süden, kurz bevor die Teerstraße endet; dort ist man selbst in der Hochsaison fast allein mit der Natur.

Große Hotelanlagen sucht man auf der Insel zwar vergeblich, doch in den beiden malerischen Fischerhäfen der Insel, Porto Santo Stefano und Porto Ercole, gibt es eine Reihe hübscher Unterkünfte. Ein verträumtes Hideaway ist zum Beispiel das „Torre di Cala Piccola“ in einem alten Sarazenenturm an der wildromantischen Steilküste. Und ganz neu eröffnete im Juli das Designer-Boutique-Hotel „Roqqa“ in Porto Ercole. Doch die meisten Gäste buchen heute lieber ein privates Ferienhaus über eines der gängigen Portale. Im Frühjahr und Herbst