Die Narren sind wieder los

In Bregenz übernahm Martin II. das Zepter von seinem Vorgänger Martin I.
BREGENZ. (Fst) Finster war’s, der Mond schien helle, als Martin Steiner, Diplom-Physiotherapeut vom Funkenbühel, sein müdes Haupt zur Ruhe betten wollte. Doch aus dieser Ruhe wurde nichts, stürmisches Läuten unterbrach den Gang ins Bett am Montag vor einer Woche: Als Martin Steiner die Haustüre öffnete, verschlug’s ihm erst einmal die Sprache. Draußen vor der Türe standen die Bregenzer Altprinzen und taten kund, dass es ihnen nach langen, eingehenden Beratungen, nach kühlenden Getränken und heißen Disputen gelungen sei, sich einstimmig auf einen neuen Faschingsprinzen zu einigen. Und diese Wahl sei auf ihn gefallen.
Nach dem ersten Schock folgte der erste Schluck. Zum Glück reichte der Whisky-Vorrat für alle trockenen Kehlen. Dann folgte ein befreiendes „Ja, ich will“ – und des Physiotherapeuten beste zweite Hälfte, namens Christine antwortete ebenfalls mit „Ja, ich will“ – und Junior Manuel wurde erst gar nicht lange gefragt, ob er die Rolle des Kronprinzen übernehmen wolle. Nach so viel Einverständnis pilgerten die Altprinzen mit ihrem neuen Prinzen ins edle Schlössle in der Bregenzer Oberstadt, wo das freudige Ereignis noch reichlich begossen wurde.
Feierliche Ablöse
Ob die feuchtfröhliche Nacht ein Omen für den 11. 11. werden sollte? Denn ausgerechnet an diesem geschichtsträchtigen Datum goss es ebenfalls, erst zaghaft, dann um so stärker. Petrus hatte die Schleusen des Himmels geöffnet. Altprinz Roberto Kalin konnte sich nicht daran erinnern, dass es jemals an einem 11. November geregnet hätte.
Zahlreiche Bregenzer ließen es sich dennoch nicht nehmen, das neue Prinzenpaar zu begrüßen. Schirm an Schirm, dicht gedrängt, lauschten sie der Moderation von Altprinz Roberto. Dann geriet zuerst der Schirm auf dem Podest ins Wanken, es wankte das ganze Podest und neigte sich gefährlich nach hinten, als eben Altprinz Martin I. seinem Nachfolger, Martin II. die Insignien der Prinzenwürde übergeben wollte. Doch bevor Schirm und Podest endgültig nachgaben, gab’s noch Blumen und Bussi für die Prinzessin des Vorjahrs, Daniela I., und für die neue Prinzessin, Christine II.

