„Haiyan“ gilt als Warnung

Weltklimakonferenz in Warschau eröffnet – Erderwärmung soll begrenzt werden.
Warschau. Unter dem Eindruck des verheerenden Taifuns „Haiyan“ auf den Philippinen hat in Warschau die 19. UN-Klimakonferenz begonnen. UN-Klimasekretärin Christiana Figueres sagte gestern zum Auftakt des zwölftägigen Treffens, der Rekordsturm sei eine der „vielen ernüchternden Realitäten“ infolge der Erderwärmung. Die philippinische Delegationsleiterin Alicia Ilaga rief die Teilnehmer aus mehr als 190 Ländern auf, endlich zu handeln, um den Klimawandel einzudämmen.
Klimaforscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und der Zunahme extremer Wetterphänomene. Die Erwärmung der Weltmeere begünstige die Wirbelstürme, so Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Daher seien „stärkere Stürme in Zukunft zu erwarten“.
Die Weltgemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die bisherigen konkreten Zusagen und Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes reichen dazu aber nicht aus. Der Weltklimarat IPCC warnt daher in seinem neuesten Bericht, im schlimmsten Fall könne die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um knapp fünf Grad steigen.
Keine Durchbrüche erwartet
Von der Konferenz in Warschau werden keine wesentlichen Durchbrüche erwartet. Es sollen aber weitere Fragen auf dem Weg zu einem verbindlichen globalen Klimaschutzabkommen geklärt werden, das bis Ende 2015 ausgehandelt werden und 2020 in Kraft treten soll.
Außer um den weiteren Zeitplan für die Klimaverhandlungen geht es insbesondere um Finanzhilfen der Industrieländer für den Klimaschutz in ärmeren Ländern sowie für die Bewältigung von Schäden infolge der Erderwärmung.
Aufgrund der Erwärmung sind noch stärkere Stürme zu erwarten.
Stefan Rahmstorf