Auf 9/11 folgte Krieg gegen Terror

Spezial / 09.09.2016 • 19:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Präsident George Bush erfuhr in Florida von den Anschlägen. EPA
Präsident George Bush erfuhr in Florida von den Anschlägen. EPA

Die Terroranschläge in den USA jähren sich am Sonntag zum 15. Mal. 3000 Menschen starben am 11. 9. 2001.

washington. (VN) Am 11. September 2001 gegen 8.45 Uhr Ortszeit rammte eine Boeing 767 der American Airlines den Nordturm des World Trade Centers und explodierte daraufhin. Dann raste 18 Minuten später ein zweites, ebenfalls im rund 300 Kilometer entfernten Boston gestartetes Flugzeug in den Südturm des New Yorker Wahrzeichens. Beide Türme stürzten kurze Zeit später ein und hüllten Manhattan in Staub und Rauch. In den als „Twin Towers“ bekannten Türmen sollen rund 50.000 Menschen gearbeitet haben.

„Überall Staub“

Augenzeugen berichteten, wie Menschen aus den Fenstern der zusammenfallenden Gebäude sprangen, weil die Fluchtwege nach unten durch den Einschlag der Flugzeuge blockiert waren. „Es war unglaublich, überall Staub, verbrannte Papiere, Kleidungsstücke, überall auf der Straße. Es war irgendwie surreal, da herumzulaufen. Alles war sehr schmutzig und staubig“, sagte Peter Black, ein Architekt, dessen Büro sich im World Trade Center befand.

Nur wenige Minuten, nachdem die US-Luftfahrtbehörde FAA die Annullierung sämtlicher Flüge im US-Luftraum anordnete, stürzte um 9.37 Uhr Ortszeit eine weitere, dritte Maschine mit 59 Passagieren und Besatzungsmitgliedern ins Pentagon in Washington. 125 Menschen im Gebäude des US-Verteidigungsministeriums starben. Minuten darauf wurden alle Regierungsgebäude und das Weiße Haus geräumt.

Insgesamt hatten die 19 Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Al-Kaida an diesem Tag vier Passagiermaschinen entführt. Das vierte Flugzeug mit 45 Menschen an Bord stürzte um 10 Uhr Ortszeit Uhr bei Pittsburgh, Pennsylvania, ab. Später stellte sich heraus, dass Passagiere die Entführer angegriffen und so einen weiteren Terroranschlag verhindert hatten.

Nach den Anschlägen stand in den USA das öffentliche Leben still. In zahlreichen Städten waren zentrale Gebäude von Regierung und Behörden, Flughäfen, Bundesstraßen und Touristenattraktionen geschlossen, Atomkraftwerke und Forschungsreaktoren heruntergefahren und Veranstaltungen abgesagt. Auch die Sitze von UNO in New York und Weltbank in Washington wurden geräumt. Washingtons Bürgermeister Anthony Williams erklärte den Notstand für die Bundeshauptstadt.

Bush kündigt Krieg an

Am Abend des 11. September traf Bush, der zuvor in einer Schule in Florida war, im Weißen Haus in Washington ein und kündigte in einer Fernsehansprache eine entschlossene Antwort auf die Terroranschläge an: „Terroristische Anschläge können zwar die Fundamente unserer größten Gebäude erschüttern, aber nicht das Fundament Amerikas.“ Er habe „sämtliche Ressourcen mobilisiert“, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen und vor Gericht zu bringen.

Wenige Tage nach der verheerenden Anschlagserie setzte Bush bei einer Rede vor dem US-Kongress den Startschuss für seinen „Krieg gegen den Terror“: „Er wird erst zu Ende sein, wenn jede weltweit operierende terroristische Gruppe aufgespürt, gestoppt und vernichtet sein wird“, so Bush. In den Jahren darauf marschierten US-Truppen in Afghanistan und im Irak ein.

VN-Titelseite vom 12. September 2001, dem Tag nach den Anschlägen.
VN-Titelseite vom 12. September 2001, dem Tag nach den Anschlägen.