Impressionen aus dem hohen Norden
Ich hatte ganz vergessen, wie weit im Norden Levi liegt. Von der Bergspitze aus kann man schon fast Spitzbergen erkennen. Wobei der Berg hier eher ein Hügel ist. Und dieser Hügel machte so manchem Athleten Probleme. Nicht hingegen dem Dominator des letzten Winters, Marcel Hirscher. In seiner unvergleichlichen Art, mit den kürzesten Schwüngen und ohne den geringsten Fehler, sicherte er sich den Sieg im ersten Slalom dieses Winters. Mario Matt als Zweiter war trotz makelloser Fahrt nicht in der Lage, Hirscher zu gefährden. Ein anderer Weltcupsieger, der vormals die kürzesten Schwünge beherrschte, ist weit abgeschlagen: Reinfried Herbst findet nicht mehr zurück. Und von den Jungen scheint im ÖSV wenig bis nichts nachzukommen.
Das ist bei den Damen ganz anders. Hier scheint sich ein Generationenwechsel abzuzeichnen. Christina Ager, gerade mal 18 Jahre alt geworden, verfehlte das Podest nur um fünf Hundertstel – und das mit Startnummer 53! Hier scheint sich eine zweite Mikaela Shiffrin anzukündigen. Diese hatte sich den Sieg im ersten Slalom der Saison in überlegener Manier geholt. Die Betreuung durch die Vorarlberger scheint sich nach wie vor zu bewähren: Schiffrins Trainer ist Roland Kilian, für das Management ist Kilian Albrecht zuständig. Weniger gut erging es hingegen der Grande Dame des Slaloms, Marlies Schild. Sehr verkrampft und langsam in ihren Bewegungen, war es für sie fast eine Erlösung, im ersten Durchgang auszuscheiden. Aber abschreiben würde ich Schild niemals. Denn jeder weiß: Aufgeben tut Marlies nie.
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