Marc Girardelli

Kommentar

Marc Girardelli

Schnee kam in letzter Sekunde

Sport / 24.10.2014 • 18:29 Uhr

Auch wenn die Rennpiste in Sölden perfekt für den Weltcup-Auftakt präpariert ist, sind alle glücklich über die weiße Pracht, die in letzter Sekunde den Winter angekündigt hat. Den Rennläufern wird das eher egal sein, denn die sind auf eines der schwersten Rennen der Saison fokussiert, und das ist immer mörderisch eisig.

Im letzten Jahr wurden bei den Herren erneut alle von Riesentorlauf-Superstar Ted Ligety zu Statisten degradiert, weil dieser schon wieder eine Sekunde schneller war, als der Zweitschnellste. Mit einer Eleganz, die an Ingemar Stenmark zu seiner besten Zeit erinnert, carvte der US-Olympiasieger die Eispiste zu Tal. Und man merkte ihm dabei keinerlei Anstrengung an.

Alexis Pinturault und Marcel Hirscher dekorierten das Podium, waren aber ob des Rückstandes auf den Sieger sichtlich nicht sehr glücklich. Heuer könnte sich das Bild jedoch leicht verändern. Ein junger Deutscher, Stefan Luitz sein Name, ist für mich ein Geheimtipp. Hier könnte er schon zu einem sehr ernsten Konkurrenten für das Spitzentrio heranwachsen.

Bei den Damen sind es die üblichen Verdächtigen, die sich um den Sieg streiten. Mit einigen Abstrichen. Maria Höfl-Riesch ist zurück- getreten und Lindsey Vonn steigt nach ihrer langen Reha erst in Kanada ein. Die neuen Stars wie Anna Fenninger, Lara Gut und Tina Weirather trachten danach, die „älteren“ Dominatorinnen wie Tina Maze und Kathrin Zettel abzulösen. Doch der Hang ist vor allem für Damen so schwer und kräfteraubend, dass alte Hasen wie Zettel oder Victoria Rebensburg nie abgeschrieben werden dürfen. Wir können uns also auf einen tollen Kampf der Generationen einstellen. Denn freiwillig wird keine ihre Position preisgeben.