Jede Menge Spaß und einige vergeigte Wetten

Schon das erste Public Viewing in Dornbirn zog die Fußballfans in Massen an.
dornbirn. Österreich stand an diesem Abend nicht auf dem Platz. Es waren Frankreich und Rumänien, die das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft bestritten. Trotzdem ließ dieses Ereignis kaum jemanden kalt. Das erste Public Viewing in Dornbirn zog das Publikum jedenfalls in Massen an. Ob der Grund einer der seltenen schönen Frühsommerabende oder echte Begeisterung für das runde Leder war: Die Stimmung wurde dem Anlass in jeder Hinsicht gerecht.
Farbe bekennen
Schon früh sichern sich die ersten Besucher ihre Plätze. Die einen nehmen mit Stehtischen vorlieb, andere belegen die Bänke, die in einem Halbkreis vor der großen Leinwand aufgestellt sind. Silas und Dominik sind im Dress der Österreicher aufmarschiert, wiewohl die erst am Dienstag ihren großen Auftritt haben. „Wenn wir schon dabei sind, müssen wir zu unseren Farben stehen“, meint Silas, der die rot-weiß-roten Dribbelkünstler für durchaus fähig hält, die Gruppenphase zu schaffen. „Sie müssen sich nur zusammenreißen“, merkt Dominik an. „Und bloß nicht so spielen wie gegen die Niederlande“, ergänzt Silas fachkundig. Was das aktuelle Spiel betrifft, sehen sie die Franzosen als klare Sieger. Dass sich der Favorit gegen den Außenseiter dermaßen schwer tut, hätten sie nicht erwartet.
Klaus und Kurt hat der laue Abend von Hard nach Dornbirn geführt. „Das Wetter muss man ausnützen“, sagt Klaus. Und Kurt fragt: „Wer spielt überhaupt?“ Na, Frankreich gegen Rumänien. „Dann wird Frankreich wohl 2:0 gewinnen“, orakeln die Herren bei einem kühlen Getränk. Omeira aus Pakistan ist mit Freunden aus Frankreich zum Public Viewing gekommen. Die starren gebannt auf das Spiel, das so gar nicht für die eigene Mannschaft läuft. Als Rumänien eine hundertprozentige Chance vernebelt, bleibt vielen beinahe der Bissen im Hals stecken. Auch ein paar Urlauber aus dem Burgenland finden sich ein. „Die Männer sind die Fußballfans“, verweisen die Damen etwas verärgert an Alwin. Der tippt auf 2:1 für Frankreich. Und behält recht. Ohne darauf gewettet zu haben. Andere taten es. 3:0, 3:2: Am Ende ist zwar das Geld futsch, nicht aber der Spaß.

