Marc Girardelli

Kommentar

Marc Girardelli

Als Letztes bleibt die Hoffnung

Sport / 07.12.2016 • 18:53 Uhr

Heuer scheint vieles anders zu laufen als früher. Schnee in Europa, Tauwetter in den USA. Nur beim Österreichischen Skiverband läuft alles wie gehabt. Die Rekordpleite in Val d‘(M)Isere ist ja nur ein weiterer Beweis dafür, dass so einiges in der Mannschaft nicht stimmt. Man stelle sich das Szenario vor, Marcel Hirscher wäre Franzose oder gar Norweger!

Nun liegt es ja sicher nicht daran, dass der ÖSV keine gewaltigen Anstrengungen unternimmt, vom Material her weit vor der Konkurrenz zu liegen. Toni Giger und seine zig Untergebenen arbeiten schon jahrelang intensiv an Verbesserungen bei Belagschliffen, Wachskompositionen, Rennanzugoptimierungen und Ähnlichem. Bisher leider ohne Erfolg. Um hier noch die fehlenden Sekunden aufzuholen, wäre es vielleicht naheliegend, mal einen Raketenantrieb zu testen.

Die Frage sei mir erlaubt: Wäre es nicht besser, diese verschwendeten Millionen in die Jugend zu investieren, statt einen erfolglosen Wissenschaftlerstab künstlich am Leben zu erhalten? Das ganze Gerede von der Skination Nummer eins scheint aber auch den Trainerstab und sogar die Athleten selber einzulullen. Keinem würde es einfallen, mal auf einen anderen Gletscher zu fahren, um die Konkurrenz zu beobachten. In meiner Jugend haben alle im Schnalstal trainiert, um den Ingemar Stenmark zu sehen und keiner hat sich dafür geschämt.

Aber am nächsten Wochenende in Gröden wird alles anders. Mit etwas Glück sind die österreichischen Skicracks in der Weltcupliste schon so weit abgerutscht, dass sie eine hohe Startnummer um die 30 oder gar darüber bekommen. Denn nirgendwo sonst sind so viele Rennen mit hohen Nummern gewonnen worden wie auf der Saslong-Abfahrt.

Das Gerede von der Skination Nummer eins scheint auch den Trainerstab und auch die Athleten einzulullen..

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