Eine Saison mit vielen Rekorden
Ja, diese Saison hatte es in sich. Von abgesagten Rennen anfang Winter in Nordamerika bis hin zu absoluten Überraschungen im Weltcup und bei der WM in St Moritz.
Herausragend war sicherlich der völlig unerwartete Sieg von Christine Scheyer in der Abfahrt von Zauchensee. Das lässt für die Olympiasaison im kommenden Jahr einiges erwarten. Die Athletinnen und Athleten des ÖSV scheinen sich allgemein wieder etwas gefangen zu haben und das Selbstvertrauen der „besten Nation“ im Weltcup kommt wieder langsam zurück. Erfreulich vor allem bei den Abfahrtsspezialisten, die seit Langem wieder mannschaftlich reüssieren konnten. Hannes Reichelt als Oldie ist zwar immer noch die Leitfigur im Herren-Team, doch reihen sich hinter ihm erfreulicherweise einige junge Rennläufer ein, die ihn hoffentlich im kommenden Jahr übertrumpfen können.
Der alles überragende Athlet, mittlerweile ein Halbgott, war aber wieder einmal Marcel Hirscher. Er scheint nach all den Jahren auf höchstem Niveau keinerlei Müdigkeit zu verspüren. Obwohl alle anderen öffentlich ihre Schwächen und Wehwehchen propagieren. Vielleicht auch nur deshalb, um sich selbst ihre Machtlosigkeit gegenüber Hirscher einzugestehen. Immer dann, wenn der Weltcupsieger eine Schwäche zu haben scheint, schlägt er unerbittlich und gnadenlos zurück. Wie heuer in Kitzbühel im zweiten Durchgang. „Dieser Lauf war einer der Sonderklasse“ analysiert sogar er selbst trocken. Ein solcher „Gefühlsausbruch“ à la Hirscher ist selten; sein Vater Ferdl zog dabei neben der obligaten Faust höchstens noch seinen Schnauzer hoch. Das Traumteam ist so auch emotional optimal miteinander verbunden.
Bleibt zu hoffen, dass dieser überaus positive Trend bis in den kommenden Winter anhält. Dann, wenn es wieder um Kristall und um olympisches Gold geht.
Der alles überragende Athlet, mittlerweile ein Halbgott, war wieder einmal Marcel Hirscher.
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