Der Pionier ist in Bescheidenheit abgetreten

Sport / 28.03.2017 • 22:06 Uhr
Unter großer Anteilnahme wurde Hubert Hammerer in der Pfarrkirche Egg verabschiedet. Foto: Steurer
Unter großer Anteilnahme wurde Hubert Hammerer in der Pfarrkirche Egg verabschiedet. Foto: Steurer

Der verstorbene Hubert Hammerer ist Vorarlbergs einziger Olympiasieger im Schießen.

Egg. (VN-jd) Hubert Hammerer, Österreichs einziger Olympiasieger im Sportschießen, verstarb letzten Freitag mit 91 Jahren. Der gebürtige Bregenzerwälder aus Egg hatte 1960 bei den Olympischen Sommerspielen in Rom ein Kapitel heimischer Sportgeschichte geschrieben, als er sich fünf Tage vor seinem 35. Geburtstag Gold in der Disziplin Freies Gewehr 300 Meter holte. Das Olympia-Finale am 5. September 1960 artete durch die äußeren Bedingungen zu einem Thriller aus. Durch den Wind und den dabei aufgewirbelten Sand bzw. die immer wiederkehrenden Regenfälle dauerte der Wettkampf über sieben Stunden.

Gottfried Feuerstein, Landesoberschützenmeister von 1986 bis 2006 und über viele Jahrzehnte enger Freund und Vertrauter von Hammerer, charakterisierte bei seiner Rede bei der Verabschiedung Hammerer treffend: „Die wahre Größe eines Menschen zeigt sich aber auch jenseits der sportlichen Erfolge, und Hubert zählte zu jenen außergewöhlichen Persönlichkeiten, die diese Gottesgabe sein ganzes Leben verinnerlicht hat. Deshalb ist er nicht nur für mich, sondern für viele der Herausragendste unter der Vielzahl an erfolgreichen Schützen Österreichs.“

In seiner herausragenden aktiven Karriere, die er 1966 beendete, nahm Hammerer auch mehrmals an Welt- und Europameisterschaften teil, wurde 1958 Europameister im Armbrustschießen und 43 Mal Österreichischer Meister. Auch als Funktionär hat sich Hammerer um den Schießsport verdient gemacht, wurde zum Landesehrenschützenmeister des Vorarlberger Schützenbundes ernannt, ist Träger des Großen Goldenen Verdienstzeichens des Vorarlberger Schützenbundes und erhielt 1974 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen.

Seine bescheidene und bodenständige Art waren es, die Hammerer weit über die Grenzen Vorarlbergs bekannt und geschätzt werden ließen. Hammerer war sein Leben lang ein idealer Repräsentant der olympischen Bewegung im Sinne der geschichtlichen Tradition.