Der Gang nach Georgien wird für Altach kein leichter sein

Auslosung in Nyon bringt SCRA mit
Tschichura Satschchere ein unangenehmes Los.
Altach. Der gesamte Altacher Tross saß im Sporthotel Montafon in Schruns vor der von Video-Chef Werner Grabher aufgebauten Leinwand, um sich die Auslosung zur ersten Qualifikationsrunde der Europa League per Livestream anzusehen. Große Anspannung der Spieler war zwar nicht zu verspüren, doch Neugier war gegeben. Als um 13.09 Uhr der SCR Altach dem georgischen Klub Tschichura Satschchere zugelost wurde, sah man etliche fragende Gesichter. Viele kramten ihre Mobiltelefone raus, um herauszufinden, wo den Satschchere überhaupt liegt. Die georgische Provinzstadt ist in der Region Imeretien beheimatet. Bis zum Schwarzen Meer in Richtung Westen sind es knapp 350 km, zur georgischen Hauptstadt Tiflis etwas mehr als 170 km. Im Norden grenzt Imeretien an Südossetien, ein autonomes Gebiet innerhalb Georgiens. Die Stadt selbst hat 6140 Einwohner. Eigentlich nicht relevant, denn gespielt wird am 29. Juni in Tiflis (Rückspiel am 6. Juli in der Cashpoint-Arena), da das Zentralstadion des georgischen Drittplatzierten zu wenige Sitzplätze fasst. Damit fällt die Weiterreise nach Satschchere aus.
Viele sportliche Informationen über den Gegner sind nicht vorhanden. Obgleich Trainer Klaus Schmidt schon seine Erfahrungen mit dem Land am Schwarzen Meer gemacht hat. „Ich durfte vor vielen Jahren für den GAK eine Beobachtungstour nach Tiflis machen. Im Kopf blieben mir aber nur die zwei Stadien der georgischen Hauptstadt“, erklärt Schmidt. Durch den Umstand, dass man in Georgien eine Ganzjahres-Meisterschaft spielt, hofft der Coach, noch an Video-Material zu kommen. Tschichura Satschchere rangiert nach 17 Ligaspielen aktuell am vierten Platz.
Gutes Omen Zellhofer
Schon etwas mehr Erfahrung mit Georgien hat Altachs Sportdirektor Georg Zellhofer. Mit dem FC Pasching gastierte er als Trainer 2003 im UI-Cup in der ersten Runde bei WIT Georgia Tiflis und setzte sich durch. In der Folge schrieb Zellhofer mit Pasching Fußball-Geschichte, schaffte es bis ins UI-Cup-Finale, scheiterte dort am FC Schalke 04. Eigentlich ein gutes Omen für den SCR Altach. „Die Situation damals war der hier bei Altach jetzt sehr ähnlich. Nur kurze Sommerpause und dann ging es gleich los“, erzählt Zellhofer. Zu Gegner und Ausrichtung auf das erste Spiel ist Zellhofer gleicher Meinung wie Coach Schmidt. „Egal gegen wen und wo, die Mannschaft hat sich das über die letzte Saison erarbeitet. Die Vorfreude ist sehr groß.“ Kapitän Philipp Netzer bläst ins gleiche Horn: „Eine interessante Aufgabe. Wir werden uns top vorbereiten und uns dieser Aufgabe stellen.“
Gefährlicher Gegner
Sportlich gesehen muss sich Altach auf eine erfahrene Mannschaft einstellen. Alleine in den letzten drei Jahren war Tschichura immer in der Europa-League-Qualifikation vertreten. 2013 setzte man sich gegen den FC Vaduz durch, scheiterte in Runde zwei am FC Thun. 2014 schaffte es Tschichura sogar bis in die dritte Runde, flog erst gegen Neftci Baku aus dem Bewerb. 2016 zog man in Runde eins gegen Chisinau nur aufgrund der Auswärtstore-Regelung den Kürzeren. Sollten sich die Rheindörfler gegen die Georgier durchsetzen, steht in der nächsten Runde Dynamo Brest aus Weißrussland als Gegner fest. Um offensiv für die Abenteuer Europa League und Bundesliga gerüstet zu sein, hat man sich noch Verstärkung geholt. Kristijan Dobras hat im Rheindorf einen Vertrag bis 2018 mit Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben. Der 24-jährige Offensivakteur kommt von Sturm Graz. „Ich bin froh, dass der Wechsel geklappt hat“, so Dobras, an dem Altach schon 2015 interessiert war.
Wir werden uns top vorbereiten und uns der Aufgabe stellen.
philipp netzer

Fußball
Europa-League-Qualifikation
1. Runde
Hinspiel
Tschichura Satschchere – SCR Altach
29. Juni, Tiflis
Rückspiel
SCR Altach – Tschichura Satschchere
6. Juli, Cashpoint-Arena Altach
2. Runde
Satschchere/Altach – Brest (Blr)
Hinspiel:13. Juli/Rückspiel: 20. Juli